SV Erlenbach ist als einzige Mannschaft der Bayernliga daheim ungeschlagen
Wohlfühloase Waldstadion

Am vorletzten Spieltag vor der Winterpause geht es für den FC Amberg noch einmal auf große Fahrt. Denn das Team von Trainer Timo Rost muss am 21. Spieltag zum SV Erlenbach und damit fast an den äußersten Rand der Fußball-Bayernliga Nord. Rund 250 Kilometer trennen den FC und den SV Erlenbach auf der Landkarte und es soll eine Fahrt werden, die sich lohnt.

Ein Selbstläufer wird die Partie am Samstag, 15. November, um 14 Uhr aber nicht. Denn obwohl die Unterfranken nur auf Platz elf (23 Punkte) stehen, ist die Mannschaft von Trainer Jürgen Baier (56) auf heimischem Gelände eine Macht: 17 Punkte holte sie aus den bisherigen neun Partien im Waldstadion und ist damit mit vier Siegen und fünf Unentschieden in der Heimat noch immer ungeschlagen - als einziges Team der Bayernliga. Eine wirkliche Erklärung dafür hat Trainer Jürgen Baier nicht so recht: "Keine Ahnung, wir fühlen uns daheim halt einfach wohl."

Doch auch in der Wohlfühloase Waldstadion ist nicht alles Gold, was glänzt. Mit erst 18 erzielten Treffern hat der SV Erlenbach die drittschwächste Offensive der Liga (vor Ammerthal und Memmelsdorf), eine "mehr als ausbaufähige Statistik", wie Baier zugibt.

Doch er hat Hoffnung, dass es hier mit einem Rückkehrer aufwärts geht. Der 29-jährige Mittelfeldakteur Sebastian Göbig mit Zweitligaerfahrung (FSV Frankfurt) ist nach überstandener Verletzung seit zwei Wochen wieder mit an Bord. Was offensiv nicht so klappt, geht dafür defensiv umso besser: Erlenbach kassierte erst 19 Gegentore. Damit steht man hinter großen Namen wie der SpVgg Weiden, dem TSV Großbardorf und der SpVgg Bayern Hof auf Rang vier. Vor dem Duell gegen den FCA wird dennoch tiefgestapelt: "Wir wollen natürlich die Offensivbilanz verbessern, aber Amberg hat ja auch keine Bratwurstmannschaft. Wir müssen alles geben, um etwas zu holen." Den Heimnimbus wolle man aber halten, so ein selbstbewusster SV-Trainer: "Wir sind der kleine Dorfverein und wollen natürlich versuchen, Amberg ein Schnippchen zu schlagen. Wenn es dann am Ende ein Unentschieden wird, ist es doch auch gut."

Dem Tabellendritten FC Amberg würde das - wie beim 1:1 im Hinspiel - aber wohl nicht genügen. Man fahre schon hin, um zu gewinnen, so Timo Rost, der eine Erklärung für die Heimstärke des SV Erlenbach hat: "Es ist ein kleiner Platz, die Zuschauer sind nahe dran, es wird oft hitzig - da müssen wir einfach dagegenhalten." Und zwar selbstbewusst nach fünf Siegen in Folge mit einem Torverhältnis von 20:1. Viel wichtiger sei jedoch die Art und Weise der eingefahrenen Siege, so Rost: "Das ist der Fußball, wie ich ihn mir vorstelle. Und genau so will ich auch in Erlenbach auftreten und Punkte holen." Man darf also gespannt sein, was herauskommt, wenn die letzte ungeschlagene Heimmannschaft der Bayernliga das beste Auswärtsteam der Liga (22 Punkte) erwartet.

In der aktuellen Form sollten sich die rund 250 Kilometer Fahrt für den FC Amberg aber wohl lohnen. Fehlen werden dabei aber Michael Dietl und Andreas Graml (beide Innenbandanriss).

FC Amberg: Götz (1), Haas (25), Ceesay (15), Gorgiev (5), Jobst (23), Konjevic (4), Karzmarczyk (18), Hempel (14), Knorr (17), Lincke (19), Morin (22), Plänitz (13), Schwarzfischer (21), Wiedmann (10), Seifert (16), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11).
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