Täter muss sich für Prügelattacke auf Stadtrat und TV-Moderator vor Gericht verantworten
Er hätte tot sein können

Das Opfer: Thomas Bärthlein sitzt schwerverletzt auf einem Krankenbett im Amberger Klinikum. Der CSU-Stadtrat und Moderator war mit dem Rad unterwegs gewesen, als der Täter urplötzlich auf ihn losging. Sein Helm dürfte den OTV-Mann vor Schlimmerem bewahrt haben. Archivbild: Steinbacher

Wie von Sinnen schlug heuer im Frühjahr ein zunächst unbekannter Mann auf den Amberger CSU-Stadtrat und OTV-Fernsehmoderator Thomas Bärthlein ein. Im Januar muss sich der Täter vor Gericht verantworten.

Die Attacke kam völlig unerwartet und sie war äußerst brutal. Als Bärthlein am 21. Mai mit seinem Fahrrad am Ortsausgang von Traßlberg unterwegs war, griff ihn der Mann an. Das Ereignis löste seinerzeit tiefe Bestürzung bei der Bevölkerung aus.

Thomas Bärthlein kam nach dem brutalen Übergriff ins Klinikum, er hatte schwere Verletzungen am ganzen Körper davongetragen und musste operiert werden. Dem Umstand, dass er einen Fahrradhelm trug, schrieb Bärthlein später zu, vor bleibenden Schäden im Kopfbereich bewahrt worden zu sein.

Psychisch auffällig

Der völlig grundlos ausgerastete Täter flüchtete damals. Polizeibeamte setzten sich aber auf seine Spur und mussten Pfefferspray einsetzen, um den Tobenden zu bändigen. Sie hatten den damals 30 Jahre alten Mann bereits gesucht, da er nicht zu einem Termin bei der Betreuungsbehörde erschienen war. Er galt als psychisch auffällig.

Nach dem Abschluss ihrer Ermittlungen ging die Staatsanwaltschaft von gefährlicher Körperverletzung aus und übermittelte die Akten an das Landgericht. Dort beginnt nun nach Eröffnung des Hauptverfahrens am 29. Januar nächsten Jahres der zunächst auf vier Verhandlungstage angesetzte Prozess gegen den 31-Jährigen. Er findet vor dem Schwurgericht statt.

Versuchte Tötung?

Dabei müssen die Richter dann auch prüfen, ob es sich bei der Vorgehensweise um gefährliche Körperverletzung handelte oder ob womöglich ein versuchtes Tötungsdelikt begangen wurde. Der Beschuldigte wurde nach seiner Festnahme in einer geschlossenen Anstalt untergebracht. Dort ist er bis heute, und es könnte durchaus sein, dass die Psychiatrie auf längere Zeit hinaus sein Aufenthaltsort bleibt. Zur Beantwortung der Frage nach einer dauerhaften Einweisung, die das unter Vorsitz von Landgerichts-Vizepräsidentin Roswitha Stöber tagende Schwurgericht anordnen könnte, werden Gutachter gehört.

Die Attacke auf Thomas Bärthlein hatten seinerzeit Passanten beobachtet und sie griffen wohl auch helfend ein. Einer der Zeugen bekam einen Fußtritt ab und zog sich dabei leichtere Verletzungen zu. Auch Bärthlein selbst war von zahlreichen Fußtritten getroffen worden. "Ich habe dir doch nichts getan", sagte er damals zu seinem Peiniger. "Du bis genau der Richtige", soll dieser geantwortet haben.
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