Tanz gegen die Gewalt

Sie rufen zur Teilnahme an der Protestaktion in Amberg auf (von links): Waltraud Frieser, Sabine Kreiner und Christine Gunesch vom Amberger Frauennotruf. Bild: usc

"One Billion Rising" ist eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Zur Teilnahme an der Aktion, die am Samstag von 14 bis 15 Uhr am Marktplatz stattfindet, rufen auch die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs Amberg auf. Sie verraten: Es wird dabei viel getanzt und gesungen.

Jede dritte Frau weltweit, das ist eine Milliarde, (one billion), so die Schätzungen, ist Opfer von Gewalt. "Sie werden geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen oder in anderer Form misshandelt", berichteten Waltraud Frieser, Sabine Kreiner und Christine Gunesch vom Amberger Frauennotruf in einer Pressekonferenz zum Thema. "In Deutschland hat etwa jede siebte Frau eine strafrechtlich relevante Form sexualisierter Gewalt erlebt, das sind 13 Prozent. Und jede vierte Frau hat körperliche Übergriffe durch ihren Partner oder Ex-Partner ertragen müssen", so die traurige Bilanz des Teams. "One Billion Rising" wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert und findet immer am 14. Februar, dem Valentinstag, statt. Die Aktion ist, laut Christine Gunesch, "ein globaler Streik für Frauenrechte, eine Einladung zum Tanz als Ausdruck unserer Kraft, ein Akt weltweiter Solidarität, eine Demonstration der Gemeinsamkeit".

"Nicht mehr hinnehmen"

"One Billion Rising" bedeute, ins öffentliche und ins individuelle Bewusstsein zu rufen, womit Frauen sich tagtäglich auseinandersetzen müssen. "Die Aktion soll zeigen, wie viele wir sind, die sich weigern, Gewalt gegen Mädchen und Frauen als unabänderliche Tatsache hinzunehmen", erläuterte Gunesch im Pressegespräch.

Nach Auskunft der Amberger Initiatorinnen beteiligen sich weltweit 200 Länder an dieser Aktion. In Deutschland gab es 2014 bereits in 160 Städten unterschiedlichste Protestaktionen. Themengebend am Samstag, auch auf dem Amberger, ist das Lied "Break The Chain" (Zerbreche die Ketten) von Tena Clark, quasi die gemeinsame Hymne der Kampagne. Dazu wurde laut Sabine Kreiner eine eigene Choreographie entwickelt. Rhythmisch verstärken wird das Lied die regionale Sambagruppe Jalapeños. Tom Scheiner und eine örtliche Tanzgruppe üben mit den Besucherinnen am Marktplatz den Protesttanz ein.

Die Mitarbeiterinnen des örtlichen Frauennotrufs nutzten die Gelegenheit, interessierte Frauen zum ehrenamtlichen Mitmachen zu animieren. Dazu gibt es eine intensive vorbereitende Schulung im März oder April.

Derzeit hat die Hilfseinrichtung 20 ehrenamtliche Helferinnen. Über das Jahr gesehen besetzen sie an drei bis vier Wochenenden und einmal im Monat unter der Woche über Nacht das Notruftelefon. "Viele Frauen trauen sich das nicht zu. Doch dafür reichen die Schulung und gesunder Menschenverstand", versicherte Waltraud Frieser gegenüber unserer Zeitung. Im vergangenen Jahr habe man in Amberg rund 400 Notrufe registriert. "120 davon gingen bei Ehrenamtlichen ein", berichtete Frieser.

Den Frauennotruf kann man unter der Telefonnummer 0 96 21/22 200 erreichen.
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