Test: Wie vegan i(s)st Amberg?
Veganer auf dem Vormarsch

So sieht veganes Essen aus - ein Kokos-Gemüse-Curry mit Kaki an Duftreis (links) gibt es ebenso wie ein Schnitzel aus Sellerie (rechts). Bild: ktw
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
07.01.2015
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Wenig, weniger, vegan. Das bedeutet für den Speiseplan: Fleisch und Fisch, Milch und Eier sind tabu, im Extremfall auch Honig. Sprich: Tierische oder von Tieren erzeugte Nahrungsmittel kommen nicht auf den Tisch. Stellt sich die Frage: Wie vegan i(s)st Amberg? Ein Test bringt es ans Tageslicht.

Vegetarische Gerichte auf der Speisekarte zu führen, gehört in der Gastronomie längst zum guten Ton. Im Gegensatz dazu scheint hierzulande veganes Essen noch relativ exotisch zu sein. Eine Regionalgruppe des Vegetarierbundes Deutschland (VEBU) gibt es hier seit August vergangenen Jahres. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder und frönen gemeinsam den fleischlosen Gaumenfreuden.

Auch der Hund macht mit

"Daheim isst Rocky vegan." Klare Ansage. Sie stammt von Isabella - einer der Mitbegründerinnen des Zusammenschlusses. Rocky ist allerdings ein Hund. Ich bin also die einzige Allesesserin am Tisch. Denn ich bin mit Isabella Nowak und Corina Möller, den beiden Initiatorinnen und weiteren Mitgliedern verabredet, um Ambergs vegane Kulinarik zu testen. Ort des Geschehens ist das Parapluie. Die Stimmung ist euphorisch, denn seit Kurzem kocht hier ein Neuer - und zwar auch ohne Tierprodukte.

Der Mann hinter den Töpfen heißt Tomy Lii-Husak. Nachdem er schon in Hamburg, Dubai und Tokio knurrende Mägen zum Schweigen brachte, macht er jetzt Station in Amberg. Seitdem gibt es im Parapluie auch eine wöchentlich wechselnde vegane Karte. Laut Inhaberin Beate Götz wird das alternative Essen gut angenommen. Selbst auf der Karte für Schüler (von 12 bis 14 Uhr) gibt es Gerichte ohne tierische Beteiligung.

Auf Anfrage des VEBU-Stammtisches gab es zunächst hauptsächlich veganes Fast Food wie Burger, Gyros oder Schnitzel. Diese Provisorien waren jedoch bloß der Anfang. "Es hat sich seitdem alles verändert", freut sich Götz. Der neue Koch bringt nun zusätzlich frischen Wind, denn: "Tofu ist langweilig geworden. Jeder kennt Tofu." Das sieht man auch an seiner Karte. Ich habe mir einen "Inder" bestellt - dahinter steckt ein Kokos-Gemüse-Curry mit Kaki an Duftreis. Als Extra - und um es mal auszuprobieren - gab es noch Tofu dazu.

Nicht das Gelbe vom Ei

In der Tat war der Sojabohnen-Quark für mich nicht gerade das Gelbe vom Ei. Für den Rest des Gerichtes würde ich aber eine Zeit lang liebend gerne auf Tofu verzichten. Isabella versichert: "Man muss nicht Veganer sein, um vegan zu essen." Corina fügt noch hinzu: "Jeder der Interesse hat, kann gerne bei uns vorbeikommen. Auch Flexitarier oder Fleischesser." Ich kann dem nur zustimmen. Ich hatte in keinem Moment das Gefühl, dass mich jemand dafür verurteilt, Fleisch zu essen oder dass mich jemand bekehren will. Wer mit dem Stammtisch essen will, kann sich über den nächsten Termin informieren. Die Adresse lautet https://www.facebook.com/amberg.vebu.de.
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