Teure Mausklicks

Mit Paypal kann man, etwa bei Internetauktionen, seine Zahlungen rasch erledigen und braucht nicht eigens zur Bank, um eine Überweisung auszufüllen. Davon machen Millionen von Menschen Gebrauch. Einige von ihnen sollten dieser Tage auch im Raum Amberg auf üble Weise hinters Licht geführt werden.

Die E-Mail war so gemacht, dass sie keinen Zweifel an der Identität des Absenders Paypal aufkommen ließ. Da stand zu lesen: "Im Rahmen unserer allgemeinen Sicherungsmaßnahmen prüfen wir regelmäßig alle Vorgänge in unserem System. Bei einer Überprüfung haben wir kürzlich ein Problem mit ihrem Konto festgestellt."

Was für ein Problem? Die Nachricht, versehen mit dem Paypal-Logo und allen relevanten Adressen, gab Antwort: "Bei Ihrer letzten Kreditkartenzahlung sind ungewöhnliche Aktivitäten aufgefallen." Dazu war dann ein Button mit der Aufschrift "Konfliktlösungen" eingebaut. Der sollte gedrückt werden. Wer das tat, wurde um Angabe seiner persönlichen Daten, seiner Bankverbindung und seiner Kreditkartennummer gebeten.

Passwort sofort ändern

Da mussten Alarmglocken schrillen. Also Anruf beim Paypal-Service und die Auskunft: "Solche Mails würden wir nie verschicken." Dazu aber auch gleichzeitig der gute Rat: "Passwort des Kontos sofort ändern."

Zwei Wochen zuvor hatte sich in Schwandorf ein Gerichtsprozess abgespielt, bei dem ein Zeuge bei einem ähnlichen Vorgang regelrecht aufs Kreuz gelegt worden war. Der Mann hatte von seiner Hausbank die Nachricht auf seinem PC erhalten: "Ihrem Konto sind irrtümlich von einem Telefonanbieter 4000 Euro zugebucht worden." Es brauche nur einen Mausklick, und schon sei die Rückbuchung geregelt. Der 35-Jährige, selbst Computerspezialist in Baden-Württemberg, machte das und musste zur Kenntnis nehmen, dass er damit die Zahlung von 4000 Euro an einen ihm völlig unbekannten Schwandorfer in Gang gebracht hatte. Der sollte dann den Betrag "waschen" und an einen ihm unbekannten Adressaten weiterleiten.

"Schier unglaublich"

Argwohn schöpfte der Betrogene bei dieser Transaktion nicht. Warum? "Es war schier unglaublich. Die Nachricht sah bis ins kleinste Detail so aus, als ob sie von meiner Bank kam. Selbst der Name meiner Beraterin und einzelne Ziffernkombinationen stimmten."
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