Tonnenweise Gebühren

2015 bleiben die Müllgebühren in Amberg noch stabil. Im Jahr darauf könnte es zu einer leichten Anhebung kommen. Bild: Huber

Der Trend weist nach oben: Weil die Müllverbrennungsanlage in Schwandorf den erzeugten Strom nicht mehr so teuer verkaufen kann, müssen sich die Amberger auf steigende Abfallgebühren einstellen - allerdings noch nicht sofort.

56 Euro pro Jahr muss ein Amberger Haushalt für eine 80-Liter-Restmülltonne an die Stadt überweisen. Dieser Betrag könnte sich im Jahr 2016 um einige Euro erhöhen. Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) hat am Dienstag das Entsorgungsentgelt für seine Mitglieder um gleich 20 Prozent erhöht (wir berichteten). Das heißt, die Stadt Amberg muss künftig je Tonne angelieferten Haus- und Sperrmülls 115 statt bisher 96 Euro an den Zweckverband zahlen.

Der Stadtrat entscheidet

Nächstes Jahr wirkt sich das aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht auf die Müllgebühren aus. Die Stadt verfügt über einen Puffer von rund 270 000 Euro. Diesen Betrag sind die Haushalte quasi in Vorleistung gegangen. Er kam zustande, weil die exakte Müllmenge von Jahr zu Jahr schwankt, die Stadt konservativ gerechnet und der ZMS zu viel entrichtete Entsorgungsentgelte zurückerstattet hat. "Nach unserer ursprünglichen Kalkulation für den Haushalt 2015 war keine Erhöhung der Abfallbeseitigungsgebühren geplant", erläuterte Stadtkämmerer Franz Mertel am Mittwoch. "Abhängig von der endgültigen Abrechnung 2014 ist es unser Ziel, trotz der Erhöhung des Entsorgungsentgelts die Abfallbeseitigungsgebühren 2015 noch unverändert zu halten." Möglicherweise steht dann aber 2016 eine Erhöhung an. Wenn im nächsten Jahr alle Daten vorliegen, rechnet die Kämmerei die Optionen durch und gibt eine Empfehlung an den Stadtrat. Dieser entscheidet dann, ob und in welcher Höhe die Sätze angehoben werden.

Die Stadt Amberg ist eine von 19 Mitgliedskommunen im ZMS. Die Müllverbrennungsanlage in Schwandorf nimmt den Haus- und Sperrmüll auch aus Bayreuth, Hof, Landshut, Regensburg, Straubing und Weiden auf. Hinzu kommt der Abfall aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Bayreuth, Cham, Hof, Kulmbach, Landshut, Neumarkt, Neustadt/WN, Regensburg, Schwandorf, Straubing und Tirschenreuth. Das Müllkraftwerk produziert bei der Verbrennung Strom. Binnen sechs Jahren sank der Erlös aus dem Stromverkauf jedoch von 9,94 Millionen auf 5,7 Millionen Euro. Die Fixkosten für Betrieb und Transportaufwand blieben gleich.

Ein kleiner Anteil

Von den rund 290 000 Tonnen, die im vergangenen Jahr in den Öfen der Schwandorfer Anlage landeten, stammten etwa 6500 Tonnen (2,2 Prozent) aus Amberg. Das bedeutet, dass die Stadt nach dem bisher geltenden Tarif etwa 627 000 Euro an den ZMS überweisen muss. Legt man bei der gleichen Müllmenge den neuen Beitragssatz zugrunde, würde sich dieser Betrag um 124 000 auf 751 000 Euro erhöhen. (Angemerkt)
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