Toter Fisch neben Autoreifen

Der Müll soll dahin, wo er hingehört - darin sind sich die Luitpoldschüler der Klasse 5a und 6a einig. Alle sind stolz auf die kleinen Naturschützer: Die Vertreter der Stadt Kerstin Seuß, Bernhard Mitko, Matthias Seuffert, Martin Preuß und die der Luitpoldschule. Bild: okt

Müllsack, Zange, Handschuhe - die Luitpold-Mittelschüler stehen mit perfekter Ausrüstung in den Startlöchern. Bei der Aktion Rama dama ziehen erneut viele Kinder los, um mit dem Sammeln von Müll der Umwelt etwas Gute zu tun.

"Wo kommt der Abfall hin? Wer hilft den Abfall zu sortieren?", singen die rund 100 Fünft- und Sechstklässler der Luitpold-Mittelschule gemeinsam mit ihren Lehrern. "Sortieren ist das Stichwort", weiß Bürgermeister Martin Preuß. Denn oft würden die zahlreichen Möglichkeiten, Müll fachgerecht zu entsorgen, nicht genutzt. Abfall wird zudem immer noch oft in städtischen Grünanlagen und Naherholungsflächen liegen gelassen - und da gehört er bestimmt nicht hin.

Appell auch an Erwachsene

Laut Preuß müssen sich auch die Erwachsenen an der Nase fassen. "Viele sollten sich schämen", sagt er in Anbetracht der Müllmenge, die oft unüberlegt auf den Boden geworfen wird. Es sei wichtig, Umweltbewusstsein in den Köpfen der Menschen zu verankern, denn die Verantwortung trage jeder Einzelne. "Man fühlt sich selbst auch wohler, wenn alles sauber ist", ist sich Preuß sicher. Heuer haben sich sechs Kindergärten und zehn Schulen mit über 1000 Teilnehmern angemeldet. Die Gruppen sind in verschiedenen Stadtvierteln unterwegs, insbesondere am Mariahilfberg, im Wald südlich von Gailoh, im Stadtgraben, am Langangerweg, entlang des Ammerbachs und im näheren Umkreis der Schulhäuser und Kindertagesstätten.

"Weil wir Experten sind, ist Müllvermeidung unser Ziel", heißt eine weitere Strophe aus dem Auftaktlied. Genau dieses Ziel soll nachhaltig in den Köpfen der Kinder verankert bleiben, und zwar durch eine frühzeitige Sensibilisierung für den Umweltschutz. Und wo lernt man besser als in der Praxis? Den Schülern wird daher Gelegenheit gegeben, ihr schulisches Wissen über eine saubere Umwelt mit Erlebnissen in der Natur zu verknüpfen. Deshalb ziehen die kleinen Experten los.

Sie sammeln den Müll vom Boden und dem Wegesrand und bringen ihn dahin, wo er hingehört, in die Tüten und Eimer nämlich, die sie dabei haben. Besser als die Schulbank zu drücken dürfte das allemal sein. Doch die Schüler sehen den Anlass nicht nur als willkommene Alternative zu Hefteinträgen und Hausaufgaben, sie sind voller Engagement dabei. "Wir gehen sammeln, weil die Umwelt sonst kaputtgeht", ruft eine Schülerin. Ein anderes Mädchen erzählt aus seiner Sicht, warum das Müllsammeln wichtig ist: "Frei herumliegende Flaschen können gefährlich sein. Aus manchen kommen flüssige Reste raus, die die Umwelt belasten."

Kinder haben Spaß

Kerstin Seuß vom Amt für Abfallwirtschaft freut sich über die große Beteiligung. "Es ist immer wieder schön, wenn man sieht, dass das Thema bei den Kindern ankommt und dass sie so viel Spaß dabei haben." Einige Schüler berichten von ihren teils kuriosen Funden. Da sind schon mal ein paar Autoreifen oder ein toter Fisch dabei. Seuß gibt den Kindern wichtige Sicherheitshinweise auf den Weg: "Egal, was ihr findet, ihr sollt euch niemals in Gefahr bringen." Es genüge, wenn Funde gemeldet werden. Dann könne man eine Entsorgungsfirma an den Ort schicken, die über Erfahrung und entsprechendes Werkzeug verfügt. Seuß betont: "Kein Kind soll verletzt werden." Unterstützt werden die jungen Umweltschützer vom Amt für Abfallwirtschaft, das die Ausrüstung bereitstellte. Manche Schüler haben auch ihre eigenen Utensilien dabei, wie zum Beispiel die Grillzange von Papa. Der gesammelte Müll wird an bestimmten Sammelpunkten im Stadtgebiet deponiert und von der Firma Schmid & Zweck geholt und fachgerecht entsorgt. Die Schüler werden mit einer Brotzeit und einem kleinen Geschenk, einem reflektierendem Klackband, belohnt.

Beitrag zum Umweltschutz

"Auf gehts'! Rama dama!", lautet der Aufruf und trägt nicht nur zum Erhalt eines schönen Stadtbildes bei. Es ist ein Beitrag zum Umweltschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität.

Die Stadt möchte sich künftig an weiteren derartigen Aktionen beteiligen. Diese müssen allerdings bei der Abfallberatung angemeldet sein. So soll jeder Bürger die Chance bekommen, sich für die Sauberkeit der Stadt einzusetzen .
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