Trauernde trösten, Glückliche erfreuen

Der sechsjährige Dion überreichte dem Gast aus Regensburg zur Begrüßung Blumen. Bilder: gf (2)

"Ist er noch immer oder schon wieder da?", scherzte Bürgermeister Martin Preuß und meinte, dass es Bischof Rudolf Voderholzer hier wolle gefalle. Denn nach der Einweihung der Kindertagesstätte in Raigering war er gestern zur Glockenweihe am Bergsteig. Und in Kürze ist er beim 100. Kirchenjubiläum in Hausen.

Vier Jubiläen könnten am Bergsteig gefeiert werden, sagte Martin Preuß und zählte sie auf: 70 Jahre polnische katholische Mission, 60 Jahre Bau und Weihe der Kirche, 45 Jahre Erhebung zur selbstständigen Pfarrei und 40 Jahre Kindergarten. All dies seien wichtige Meilensteine in der Entwicklung des Bergsteigs, der nach dem Krieg als Sammelbecken von Vertriebenen, Ausländern und Staatenlosen die Stadt Amberg vor große Herausforderungen gestellt habe.

Immer habe es aber Menschen wie Pater Karl Kütting gegeben, die durch ihr persönliches Engagement positive Akzente gesetzt hätten. Heute werde die Jubiläumsglocke geweiht, die Papst Johannes Paul II. gewidmet ist. Die Glocke werde das Lob Gottes verkünden, die Gemeinde zum Gottesdienst rufen, Trauernde trösten, Glückliche erfreuen, aber auch die Verstorbenen auf dem letzten Weg begleiten. Nicht von oben herab, sondern an der untersten Stufe zum Altar predigte Bischof Voderholzer. Er blickte auf die schwierigen Anfänge der Pfarrei Heilige Familie zurück: Dort hätten Menschen aus Polen und ganz Osteuropa zusammengefunden, die von der Geschichte durcheinandergewürfelt worden waren.

Mit der Kirche als Mittelpunkt sei am Bergsteig eine fantastische Integrationsleistung erbracht worden, betonte der Gast aus Regensburg und zeigte sich stolz, dass er in Amberg seine erste Glocke segnen durfte. Johannes Paul II. sei ein Brückenbauer und Friedensstifter gewesen, habe das Antlitz Europas verändert und maßgeblich mitgewirkt, "dass die Menschen das Joch des Kommunismus abschütteln konnten und der Eiserne Vorhang zum Einsturz gebracht werden konnte". Johannes Paul II. sei für eine Kultur des Lebens eingetreten und habe diese selbst bis zu seinem Tod gelebt.

Der Bischof sprach sich in seiner Predigt gegen einen selbstbestimmten Suizid aus, der eventuell Angehörigen eine aufwendige Pflege ersparen soll. Pflegebedürftigkeit und Tod, so betonte er nachdrücklich, seien keine Schande im Leben eines Menschen. Beim Weihegebet segnete Bischof Rudolf Voderholzer die neue Glocke mit Weihrauch und Weihwasser und salbte sie an vier Stellen mit Chrisam-Öl. "Schön, dass ihr alle da seid und mit uns feiert", sagte Carsten Armin Jakimowicz, Sprecher des Pfarrgemeinderates, nach der Weihe. Den Klöppel für die neue Glocke der Kirche spendiere der Bürgerverein Am Bergsteig.
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