Treffen der Frühchen des Klinikums St. Marien
"So zerbrechlich"

Die Erwachsenen kamen zum Frühchentreff, um mit anderen Eltern zu plaudern und Erfahrungen auszutauschen, die Kinder konnten sich vergnügen (von links): Jürgen Ehrensberger mit Lina, Monika Ehrensberger mit Sarah, Lucas und Daniel. Bild: hfz
Nur 440 Gramm wog Sandra Stubenrauch bei ihrer Geburt im letzten November. Viel zu früh kam sie auf die Welt, in der 23. Schwangerschaftswoche. "Sie war so zerbrechlich, so unglaublich klein", erinnerte sich Sandras Papa an den Moment, als er seine Tochter zum ersten Mal sah. Mama Patrizia fielen sofort die winzigen Hände von Sandra ein: "Ich konnte es erst gar nicht glauben, dass unser Baby lebt."

Jetzt, fast genau ein Jahr nach der Entbindung, haben sich die Stubenrauchs mit anderen Familien getroffen, die ein ähnliches Schicksal erlebt haben: Beim Frühchentreffen des Perinatalzentrums Nordostbayern, zu dem das Klinikum St. Marien gehört.

Zentrum höchster Stufe

Das Perinatalzentrum (PNZ) Level 1 ist laut Pressemitteilung ein Zentrum der höchsten Stufe. Das bedeutet, dass hier eine Neugeborenen-Intensivstation in unmittelbarer Nähe zum Kreißsaal vorhanden ist. Im Notfall sind rund um die Uhr Geburtshelfer und Kinderärzte sowie pflegerisches Fachpersonal verfügbar, die für die Betreuung von extremen Frühgeburten speziell ausgebildet sind. Außerdem gibt es eine speziell eingerichtete Station.

Seit sechs Jahren werden alle ehemaligen Patienten des Perinatalzentrums, die vor der 32 Schwangerschaftswoche entbunden wurden oder mit einem Gewicht von weniger als 1500 Gramm auf die Welt kamen, zu dem Frühchentreffen eingeladen. "Die Eltern können sich hier austauschen und wir freuen uns immer darauf zu sehen, was aus unseren Kleinsten geworden ist", berichtete Rosi Falk, die Stationsleitung der Kinderintensivstation.

Schminken und basteln

Unterstützt wird das Treffen vom Kinderschutzbund, der bei den Treffen Aktionen wie Schminken und Basteln anbietet. Auch Mitarbeiter der Frühförderstelle nehmen teil und stehen für Fragen zur Verfügung.

Auch Familie Ehrensberger nutzt das Frühchentreffen zum Erfahrungsaustausch. Schon ihre ersten Zwillinge, Lucas und Daniel, wurden nach der Geburt sieben Wochen in der Kinderintensivstation behandelt. Vor zwei Jahren kamen Sarah (1660 Gramm) und Lina (1080 Gramm), die zweiten Zwillinge der Familie, nach der Entbindung auch auf die Intensivstation: "Beim zweiten Mal kannten wir die Situation schon: Die vielen Geräte und Alarme haben uns keine Angst mehr gemacht", erinnerte sich Jürgen Ehrensberger. "Trotzdem hatten wir Angst", erzählte Monika. "Aber die Mitarbeiter der Station haben uns in dieser schweren Zeit aufgefangen und uns sehr geholfen."

Und auch in der ersten Zeit zu Hause werden die Eltern nicht allein gelassen: Ein Nachsorgeteam hilft den Familien.
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