Trend zu Mehrfamilienhäusern

Sein 110-jähriges Bestehen nahm das Wohnungsunternehmen zum Anlass, alle jene zu ehren, die seit 50 und mehr Jahren Mitglieder sind. Den Jubilaren gratulierten Vorstand Dieter Gerl und Aufsichtsratsvorsitzender Rudolf Maier (von links). Bilder: usc (2)

Über 1600 Wohnungen hat das Wohnungsunternehmen (WU) in seiner 110-jährigen Geschichte errichtet, auch unter enorm schwierigen Bedingungen während der Kriege. Derzeit ist es der bedeutendste Anbieter von Mietwohnungen - mit 7,5 Prozent der rund 22 000 Wohnungen im Stadtgebiet.

Darauf verwies nicht ohne Stolz Vorstand Dieter Gerl bei der Mitgliederversammlung der Genossenschaft. In seinem Geschäftsbericht ging Gerl auf die Grundlagen des Unternehmens ein: Seit seiner Gründung im Jahr 1905 sei es für die Förderung ihrer Mitglieder, insbesondere durch die Errichtung und Bewirtschaftung von Wohnungen in allen Rechts- und Nutzungsformen und deren Überlassung zu angemessenen Preisen, verantwortlich. Der Wohnungsbestand der Genossenschaft besteht nach Aussage von Vorstand Dieter Gerl zu rund 76 Prozent aus Wohnungen ohne und zu rund 24 Prozent aus Wohnungen mit Mietpreisbindung.

Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dass die Genossenschaft zu 100 Prozent an der Wohnungsunternehmen Amberg Bauträger- und Baubetreuungs-GmbH beteiligt ist, die am 20. Dezember 1990 gegründet wurde. Gegenstand sei die Beschaffung, Erschließung und Veräußerung von Bauland sowie der Bau von Kaufeigenheimen und Eigentumswohnungen einschließlich deren Verwaltung und aller damit in Zusammenhang stehenden Geschäften.

Stabile Sachwerte

Was die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen im Jahr 2014 anbelangt, so habe sich der Wohnungsbau sehr dynamisch gezeigt, fuhr der Vorstand fort. Die Suche nach stabilen Sachwerten als Anlagegut halte weiter an. Trotz dieser guten Bedingungen deute die Entwicklung der Baugenehmigungen darauf hin, dass der Wohnungsbauzyklus seinen Höhepunkt bereits überschritten haben könnte. Der Ein- und Zweifamilienhausbau werde weiter leicht rückläufig sein, so Gerls Einschätzung. Dagegen nehme der Mehrfamilienhausbau, vor allem getätigt von Wohnungsunternehmen und Anlegern, weiter zu.

In Amberg zeigte sich 2013 laut Gerl eine beständige Entwicklung bei den Fertigstellungszahlen. Inklusive Bestandswohnungen wurden demnach 114 Wohnungen (Vorjahr: 113) fertiggestellt. Genehmigt wurde 2013 die Errichtung von 67 neuen Wohnungen (Vorjahr: 69). In den konstanten Baugenehmigungszahlen spiegle sich die beständige Nachfrage nach Wohnraum wieder. Wichtig für die mittelfristige Wohnungsnachfrage sei, dass trotz des prognostizierten leichten Bevölkerungsrückgangs der Wohnflächenbedarf aller Voraussicht nach weiter zunehmen werde. Der Trend zum Single-Haushalt halte auch in Amberg an. Die Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung seien im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 6 928 000 Euro gestiegen.

Die Erlösschmälerungen betrugen nach Angaben von Vorstand Dieter Gerl 48 000 Euro (Vorjahr: 35 000 Euro) und seien zum überwiegenden Teil auf kurzfristige Leerstände im Zuge von Einzel-Wohnungsmodernisierungen zurückzuführen. Insgesamt erzielte die Genossenschaft Umsatzerlöse von 6 965 000 Euro (Vorjahr: 6 920 000 Euro) und schloss das Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 203 000 (Vorjahr: 1 176 000 Euro) ab.

Vier Prozent Dividende

Die Mitgliederversammlung billigte aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von vier Prozent. In den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Rudolf Maier, Gisela Kraus, Rudolf Sailer und Stefan Heumann.
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