Treue Mitglieder helfen, Partei auf Kurs zu halten - Militärmuseum in Kaserne lassen
SPD will beständig kämpfen

Franz Köhler und Hans Winkler (vorne von links) gehören der SPD seit jeweils 50 Jahren an und wurden dafür von Stadtverbandschefin Hannelore Zapf (links) und Landtagsabgeordnetem Reinhold Strobl (hinten rechts) mit Urkunden und Ehrennadeln ausgezeichnet. Bild: Hartl

1965 war Ludwig Erhard Bundeskanzler und es regierte eine schwarz-gelbe Koalition. Keine gute Zeit, um SPD-Mitglied zu werden? Von wegen. Franz Köhler und Hans Winkler sahen das anders.

Sie traten in die sozialdemokratische Partei ein, die nur vier Jahre später eine Blütezeit erleben sollte. 1969 wurde Willy Brandt Kanzler (bis 1974), auf ihn folgte Helmut Schmidt, der das Land bis 1982 an vorderster Front prägte.

Darauf wies Ambergs SPD-Chefin Hannelore Zapf hin, als sie Franz Köhler und Hans Winkler für ihre 50-jährige Parteizugehörigkeit ehrte. Sie tat das bei einer Feierstunde des Stadtverbands im Gasthaus Zur Alten Kaserne, der diese Aufgabe übernommen hat, seit es keine Ortsvereine mehr gibt. Wie Zapf betonte, sind für die SPD auch die Mitglieder wichtig, die im Hintergrund Unterstützung leisten, durch Gespräche und Diskussionen zur Kultur und Linie der Partei, gerade auch in der kommunalen Arbeit, beitragen. Köhler und Winkler erhielten aus den Händen der Stadtverbandsvorsitzenden und von Landtagsabgeordnetem Reinhold Strobl entsprechende Dankurkunden und Ehrennadeln.

Letzterer erinnerte auf ein Willy-Brandt-Wort abhebend, dass nichts von Dauer ist, oft neu erkämpft werden muss. "Wir müssen auch ständig für das eintreten, was wir uns vorstellen", warb Strobl für die sozialdemokratische Politik und ergänzte mit einem Zitat des ehemaligen Parteivorsitzenden Hans-Jochen Vogel: "Der, der aus Karrieregründen in unsere Partei eintritt, gehört einer Minderheit an." Das geschehe nämlich im Gegenteil bei nahezu allen Mitgliedern "aus Überzeugung" und aus sozialen Gründen.

Neben seinen Schlaglichtern auf die aktuelle Bundes- und Landespolitik ging Strobl auch auf zwei lokale Themen ein. Er forderte erneut die Elektrifizierung der Bahnstrecke durchgängig von Nürnberg über Furth nach Prag, weil darin auch das vielgenutzte Teilstück Amberg-Schwandorf mit seinen weiteren Anschlüssen enthalten wäre.

Außerdem setzte sich der Landtagsabgeordnete für den Erhalt der Militärhistorischen Lehrmittelsammlung am Standort Leopoldkaserne ein. Dort wird mit dem Auszug der Bundeswehr so viel Gelände frei, dass auch für dieses Museum Platz bleiben sollte, meinte Strobl.
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