Trickreich zum Titel

Rainer Kapfelsberger und Petra Böpple-Filbig starteten für den WSC Haidweiher und holten Medaillen bei der deutschen Meisterschaft im Wasserski

Der Haidweiher hat zu wenig Wasser, deswegen werden die deutschen Meisterschaften im Wasserski nach Bremerhaven verlegt. Dort sind zwei Läufer des WSC erfolgreich.

Die Senioren ab 35 Jahren und die Läufer der offenen Klasse traten im Norden der Republik an - die lang Trockenheit am Haidweiher macht Wasserskifahren unmöglich.

Da die Wettervorhersage in Bremerhaven nicht die besten Bedingungen versprach, wurde am Freitag gleich um 8 Uhr mit der Disziplin Slalom begonnen. Nach dem Vorlauf, bei dem alle gemeldeten Läufer antreten, entschieden die Scheidsrichter um 14 Uhr, gleich noch das Finale zu starten, bei dem in jeder Altersklasse nur die besten fünf nochmal antreten dürfen.

Kapfelsberger Zweiter

Der Neumarkter Rainer Kapfelsberger lag mit Glück auf Platz eins im Vorlauf, musste sich aber im Finale knapp mit Platz zwei zufrieden geben, aber immerhin war es seine beste Leistung im Slalom bisher.

Erst Schiri, dann Läufer

Am Samstag frischte dann der Wind stark auf, und es war unmöglich, das Springen zu starten. Die Jury entschied sich für Trickski, und Rainer Kapfelsberger startete zum ersten mal in beiden Altersklassen gleichzeitig. Zu allem Pech hatten auch noch kurzfristig zwei Schiedsrichter abgesagt und da er im letzten Jahr seine Schiedsrichterprüfung abgelegt hatte, sprang er auch noch dafür ein. Die Schwierigkeit war für ihn nun, dass er sich vor dem Lauf nicht aufwärmen und vorbereiten konnte, sondern bis kurz vor seinem Start im Schiedsrichterturm saß und die anderen Läufer bewertete und danach sofort wieder raus aus den nassen Sachen und wieder weiter werten. Bei seinem Start in der offenen Klasse ging schon mal alles gut und er schaffte sogar den Einzug ins Finale, mit dem er überhaupt nicht gerechnet hatte. Hier konnte er sich noch etwas verbessern und sich auf den vierten Platz vorkämpfen. Der Sieg ging hier an Bojan Schipner aus Mecklenburg-Vorpommern, der vor zwei Jahren zum Studium nach Florida ausgewandert ist und so jeden Tag trainieren kann. Auch dank Sponsoren ist er der einzige Deutsche, der als Vollprofi diesen Sport betreibt und hat dafür sogar das Studium abgebrochen.

Top in Seniorenklasse

In der Seniorenklasse war Rainer Kapfelsberger Titelverteidiger und sowohl im Vorlauf als auch im Finale ließ er daran keinen Zweifel aufkommen. Mit zwei sehr konstanten Leistungen holte er sich im Trickski seinen 9. Deutschen Meistertitel. Petra Böpple-Filbig aus Würzburg, die mit Rainer Kapfelsberger auch für den WSC Haidweiher startet, schaffte ebenfalls im Slalom einen zweiten Platz und im Trickski den ersten Platz.

Sturm sorgt für Ende

Kurz danach ging der angekündigte Sturm richtig los und es blies die ganze Nacht hindurch. Am Morgen sollte dann das Springen starten. Nach mehreren Verschiebungen wurde mit Einvernehmen der Sportler um 12 Uhr entschieden das Springen abzusagen und die deutsche Meisterschaft beendet.

Verzicht auf EM

Derzeit ist für Rainer Kapfelsberger am Haidweiher kein Training mehr möglich, und so hat er dem Wasserskiverband mitgeteilt, dass er in diesem Jahr an der Europameisterschaft in England Mitte September nicht teilnehmen wird. So bleibt nur die Hoffnung, dass im nächsten Jahr wieder mehr Wasser vorhanden und ein Training bis Ende des Jahres möglich ist.
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