Trotz Sparens ein Rekordetat

Deshalb freut es mich umso mehr, dass es ... gelungen ist, ... einen Abbau der Verschuldung um eine Million Euro einzuplanen.

Wenn Kämmerer Franz Mertel auf die finanzielle Situation anderer Städte schaut - das neuerdings klamme München fiel ihm da etwa ein -, wird ihm manchmal ganz anders. Den Amberger Haushalt schätzt er dagegen als solide ein. Obwohl es auch hier Grund zur Sorge gibt.

Der Kämmerer nannte hier in erster Linie "die überproportional gestiegenen Personalausgaben", als er am Montagabend dem Stadtrat den Haushalt für 2016 vorlegte. 33,3 Millionen Euro sind in diesem Bereich 1,9 Millionen (oder 6 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Laut Mertel geht das Plus auf "tarifliche Steigerungen und Stellenmehrungen" zurück. Er mahnte die Stadträte: "Bei der Schaffung neuer Stellen sollten wir uns größte Zurückhaltung auferlegen. Einmal geschaffen, werden sie eigentlich nicht mehr in Frage gestellt. Die daraus resultierenden Personalkosten belasten uns finanziell aber dauerhaft."

Schulden sinken weiter

Als weiteren Schwerpunkt einer soliden Haushaltsführung nannte Mertel den Schuldenabbau. Amberg steckte 2005 schon mit 50,8 Millionen Euro in den Miesen. Bis Januar 2015 war das auf 37,3 Millionen reduziert, mit dem neuen Haushalt soll die Verschuldung noch einmal um 3 Millionen Euro sinken. Die Auswirkung geringerer Verbindlichkeiten machte Mertel am konkreten Beispiel deutlich: 2015 musste die Stadt für den planmäßigen Schuldendienst noch 3,6 Millionen Euro ausgeben, für das kommende Jahr sind nur noch 3 Millionen eingeplant. "Das heißt, 600 000 Euro konnten anderweitig für Investitionen verplant werden und stehen auch in Zukunft auf Dauer für Investitionen zur Verfügung."

Man werde auf diese eingesparten Mittel angewiesen sein, prognostizierte Mertel, "weshalb wir vonseiten der Finanzverwaltung jedes Jahr aufs Neue auf einen weiteren Schuldenabbau drängen. Das hat primär nichts mit Sparen zu tun, sondern soll mittel- und langfristig finanzielle Freiräume schaffen, um auch künftig noch die kommunalen Aufgaben erfüllen zu können." Natürlich gebe es immer gute Gründe, warum Ausgaben sofort erforderlich seien, notfalls auch über Verschuldung. Umso mehr freue er sich, dass es in diesem "natürlichen Spannungsfeld" gelungen sei, auch 2016 einen Abbau der Verschuldung um eine Million Euro einzuplanen. Das mache den Haushalt generationengerecht, da er "ohne Darlehensaufnahmen und damit ohne Belastung künftiger Generationen finanziert ist und durch den Abbau von Schulden künftige Generationen entlastet".

8,3 Millionen Euro mehr

Zum Schluss verabschiedete der Stadtrat einstimmig einen Gesamthaushalt 2016 von 142,5 Millionen Euro. Das sind 8,3 Millionen Euro (oder 6,2 Prozent) mehr als 2015. "Das Volumen des Verwaltungshaushalts 2016 mit rund 111,9 Millionen Euro ist das größte in der Geschichte der Stadt Amberg", sagte Mertel. Es liegt um 4,5 Prozent höher als 2015. Der Vermögenshaushalt ist mit rund 30,7 Millionen Euro der zweithöchste nach 2013 mit 32,1 Millionen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.