Turteltauben fliegen auf Ehethron

Cantus Ferrum mit seinem Chef Jörg Pickelmann (links) freut sich über das neue Amberger Fürstenpaar Theresa Kotz und Peter Tschenet (Bildmitte). Hinter den beiden im doppelten Wortsinn steht die Zweitbesetzung Katharina Wiesner (Zweite von links) und Dominique Hoffmann (Zweiter von rechts). Bild: Hartl

Philipp und Margarete heißen Peter Tschenet und Theresa Kotz. Die beiden stellen heuer das Brautpaar der Amberger Fürstenhochzeit dar. Beim Brunnenfest von Cantus Ferrum von 7. bis 9. August schlüpfen sie in diese noblen Rollen, wobei sie eines gar nicht mimen müssen: Die zwei sind tatsächlich ein Paar.

Darüber freut sich der Verein für erlebte Geschichte mit seinen beiden Vorsitzenden Jörg Pickelmann und Martin Malitzke am meisten. Denn genau das war ihr Ziel gewesen: nach Möglichkeit ein "echtes" Paar auf den Thron zu heben. Diesen Anspruch gab es schon beim Brunnenfest 2013, das alle zwei Jahre über die Bühne geht. Damals konnte er noch nicht erfüllt werden - die beiden Auserwählten waren im realen Leben kein Paar -, aber heuer flatterten Cantus Ferrum die "Turteltäubchen" nur so ins Haus.

Fünf Paare im noblen Streit

Denn Peter Tschenet und Theresa Kotz sind nicht das einzige Paar, das sich für den großen zweisamen Auftritt beworben hatte. Im Gegenteil, es meldeten sich seit April fünf "echte" Liebespaare bei der Amberger Zeitung, die für Cantus Ferrum sozusagen den Heiratsvermittler gespielt hatte (die Redaktion veröffentlichte einen entsprechenden Aufruf im Lokalteil und sammelte die eingehenden Anschreiben). "Genau da wollten wir hin", schwärmen Pickelmann und Malitzke, denen es mit diesen Rollen auch um eine "Identifikation" der Menschen in Amberg und Umgebung mit dem Brunnenfest und ihrem Verein geht. Bei der berühmten Landshuter Fürstenhochzeit zum Beispiel klappt das bestens; da reißen sich die Bewerber in einem regelrechten Wettstreit ums Mitmachen. Wobei sich Cantus Ferrum nicht mit diesem Riesenspektakel in der Landshuter Altstadt vergleichen will, sondern sein Brunnenfest als eher kleine, feine, aber historisch korrekte Veranstaltung eben mit hohem Identifikationswert für Amberg und sein Umland etablieren will.

Dazu passt laut Malitzke gut, dass sich gleich fünf interessierte Paare beworben haben, von denen zwei heuer noch heiraten wollen - eines sogar am Samstag, 8. August, dem wichtigsten Tag des Brunnenfests mit offiziellem Paradezug von Philipp und Margarete durch die Innenstadt. Leider ließ sich die kirchlich bereits geplante Trauung dieses Paars nicht mehr so ummodeln, dass auch der historische Auftritt am Nachmittag mit der bereits terminierten Zeit geklappt hätte, berichtet der Vize-Chef.
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