Über Grenzen hinweg

"Hänschen Klein", "Der Kuckuck und der Esel", "Sur Le Pont d'Avignon" - all diese Lieder haben unsere Kindheit versüßt. Das dachte sich Maria Paulus vom Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ). Anlässlich des Aktionstages Musik in Bayern wurde am Mittwoch musiziert und getanzt - einmal um die Welt herum.

Ungeduldig zappelten die Kinder auf ihren Plätzen. Wann geht es endlich los? Zum dritten Mal seit 2013 initiierte die Bayerische Landeskoordinierungsstelle Musik (BLKM) heuer den Aktionstag in der Region Aus diesem Anlass trafen sich am Mittwoch in der Willmannschule an der Raiffeisenstraße 2a die Schüler der Diagnose- und Förderklassen mit den Vorschulkindern der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) Luitpoldhöhe.

Ticket ist die Fantasie

Mit Liedern aus aller Welt führte Fachoberlehrerin Paulus die Kinder durch verschiedene Kulturen. Gereist wurde aber nicht im Auto oder im Flugzeug, sondern in Seifenblasen, die die Erzieherinnen in die Luft bliesen. Und das Ticket? "Die Fantasie!", rief Paulus. Erstes Ziel: Frankreich. Über die Brücke von Avignon sangen sich die Kinder weiter nach Italien, wo die Mädchen beim schwungvollen Tanz ihre Kleidchen präsentierten. Auch Abstecher nach Brasilien, Irland und in die Türkei waren dabei. Und ehe man es sich versah, landeten die Zuhörer mit einem "Tuff Tuff" der transsibirischen Eisenbahn in Russland. Jetzt durften die Kinder endlich das beliebte Lied "Sascha geizte mit den Worten" zum Besten geben. Eine Brotzeit hatten sich alle verdient. Die hatte der Förderverein beigesteuert. "Eine Weltreise macht hungrig", sagte Paulus lachend. Auch die Instrumente seien teilweise vom Verein gespendet worden, verriet Schulleiter Norbert Knauer.

Die Kinder hatten sichtlich Spaß beim Tanzen, Klatschen und Trällern. Ausgelassen riefen sie wild durcheinander. "Das ist eigentlich der Pausenhof ", erklärte Paulus. Kein Wunder also, dass man da lieber herumtolle als der Lehrerin zu gehorchen. Aber mit ihrer mitreißenden Art schaffte Paulus es immer wieder, die Aufmerksamkeit der Kinder zu gewinnen. Mit strahlendem Lächeln betonte sie: "Es ist mir eine Herzensangelegenheit." Knauer betonte, dass die Schule im Frühjahr die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erhalten habe. Das verpflichte sie, jedes Jahr Projekte zu diesem Thema zu organisieren. Die Aktionstage boten einen guten Anlass. Denn welches schönere Zeichen gegen die Diskriminierung gebe es als die Musik?

Musik als Weltsprache

Das BLKM will unter dem Motto "Zusammen Singen - Musik kennt keine Grenzen" seinen drei Zielen Ausdruck verleihen: Die Zusammenarbeit von Kindertagesstätten, Schulen und Vereinen unterstützen, Gelegenheit zur musikalischen Begegnung bieten sowie das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Bedeutung des Singens und Musizierens schärfen.

Die Aktionswoche läuft insgesamt fünf Tage und geht noch bis Freitag, 3. Juli. Dabei ist jede Art von Musik erlaubt. Auch am Mittwoch war es im SZF nicht so wichtig, was man spielte oder wie man sang - hauptsache zusammen. Denn, wie Knauer Goethe zitierte: "Musik ist die schönste und zugleich einzige Sprache, die überall auf dieser Welt verstanden wird."
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