Unbezahlbares Engagement

Das Team der Freiwilligenagentur wird nun mit Mitgliedsausweisen ausgestattet, die bei zahlreichen Akzeptanzstellen in ganz Bayern Vorteile bringen. Bilder: gf (3)

Unsere Gesellschaft lebe vielfach vom Ehrenamt, betonte Oberbürgermeister Michael Cerny am Mittwoch im großen Rathaussaal. Müsste die von ehrenamtlich tätigen Bürgern erbrachte Leistung bezahlt werden, wäre das für die Kommunen nahezu unerschwinglich.

Groß sei die Wertschätzung für die Leute, die sich ehrenamtlich für das Allgemeinwohl engagieren, unterstrich der OB beim Ehrenabend, zu dem die Amberger Freiwilligenagentur neben den eigenen Mitstreitern einige Mitarbeiter und Mitglieder von Alpenverein, Bürgertreff, DJK Amberg, Elternschule und Feuerwehr eingeladen hatte.

Ehrenamtlich geleistete Arbeit sei heute hochprofessionell organisiert, stellte Cerny heraus und nannte als Beispiele den Job von BRK, Feuerwehr und THW, wo viel Zeit in die Aus- und Fortbildung investiert werde, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Das Wirken der ehrenamtlich tätigen Helfer sei mit Sicherheit auf einem Standard, der sich hinter gekaufter Dienstleistung nicht verstecken müsse, hob der Oberbürgermeister hervor. Er warnte aber auch davor, die Anforderungen an die Ehrenamtlichen nicht überzustrapazieren, denn sonst würden sie ihren Einsatz vielleicht zurückfahren.

Michael Cerny erinnerte daran, dass es bei der Gründung der Freiwilligenagentur Zweifel gegeben habe, ob man sie überhaupt brauche. Mittlerweile sei deren Arbeit jedoch nicht mehr wegzudenken - sei es, dass über die Agentur der richtige Partner für ein Ehrenamt gefunden werde, oder dass es darum gehe, bürokratische Wogen zu glätten.

Die aktuellen Ereignisse mit den vielen Tausend Flüchtlingen zeigten, dass deren Registrierung, Betreuung und Unterbringung ohne ehrenamtlich tätige Bürger vom Staat nie hätten bewältigt werden können. Nicht vergessen dürfe man auch das Ehrenamt im Kleinen: die Nachbarschaftshilfe oder die Einladung an einen alleinstehenden Menschen zum gemütlichen Kaffeeplausch.

Catherine Dill, die Leiterin der Freiwilligenagentur sagte, dass die Ehrenamtskarte nur ein kleiner Dank an die freiwilligen Helfer sei, aber sie bringe zumindest Vergünstigungen beim Einkauf oder Eintritt zu Veranstaltungen. Dill machte darauf aufmerksam, dass so eine Karte bayernweit gültig sei, nachdem sich viele Gemeinden und Städte diesem Projekt angeschlossen haben.

Sport für Flüchtlinge

Die mit den Ehrenamtskarten bedachten Organisationen und Verbände konnten sich am Mittwochabend kurz präsentieren, wobei die Elternschule auf Angebote für Familien, den Kindernotruf und den Dolmetscher-Pool verwies. Die DJK Amberg biete Sport für Flüchtlinge. Der Bürgertreff habe ursprünglich mit Nachbarschaftshilfe angefangen und betreue derzeit wöchentlich um die 80 Kinder. Etwa 2500 Mitglieder mit steigender Tendenz zähle die Sektion Amberg des Alpenvereins. Der "Löschzug West", so ihr Kommandant Herbert Rath, sei mittlerweile 123 Jahre alt und habe schon vor Jahrzehnten erkannt, dass Frauen in die Feuerwehr gehörten.

Catherine Dill stellte den neu gestalteten Ausweis für Mitarbeiter der Freiwilligenagentur vor, der in den Akzeptanzstellen in Amberg und im Landkreis sowie im ganzen Freistaat Vorteile bringe.
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