Und das in dem Alter
Angemerkt

Auf dem Dorf ist die Feuerwehr eine Institution. Und in der Stadt? Ein sich gedanklich aufdrängender Umkehrschluss wäre fatal. Besonders in Kommunen der Schuhnummer von Amberg. Viel zu klein für eine Berufswehr, viel zu groß für den Klassiker der Marke Freiwillige Feuerwehr. Der Mittelweg des Semiprofessionellen ist gefragt.

Doch auch der kommt ohne eine möglichst breite Basis an Ehrenamtlichen nicht aus. Da hapert es, wird allenthalben beklagt. Der Nachwuchs würde fehlen. Die Wettkämpfe am Samstag im FC-Stadion vermittelten diesen Eindruck nicht. Die Atmosphäre war vom Alter her eher jugendlich bis durchwachsen geprägt. Irgendwie eine gesunde Mischung.

Das mag in der Natur der Wettbewerbs-Sache gelegen haben. Sportlicher Ehrgeiz trat ebenso zutage, wie Identität stiftendes Schlachtenbummlertum oder bloße Zuschauerneugierde. Wie der Traditionalisten-Mief von 150 Jahren - dieses Jubiläum feierte die Amberger Feuerwehr schließlich mit diesem Wettstreit - mutete das jedenfalls nicht an. Das ging schon eher in Richtung zeitgeistlicher Eventkultur. Denn Party wurde auch gemacht und zu Igor Strawinskys Ballett "Feuervogel" gab es den Hingucker einer nächtlichen Feuer-Wasser-Show. Noch ganz schön fit für das Alter. Das motiviert auch deutlich Jüngere.

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michael.zeissner@derneuetag.de

Hintergrund

Wertungskategorien

Kategorie A (Aktive, auch geschlechtlich gemischte Teams), B (kein Teammitglied jünger als 30 Jahre) und Frauen (reine Frauengruppen, zwei Altersgruppen).

Modalitäten

Jedes startende Neuner-Team geht mit einem positiven Punktekonto von 500 ins Rennen. Davon abgezogen werden die jeweils erzielten Zeiten der beiden Disziplinen Löschaufbau und Staffellauf, sowie von den Schiedsrichtern festgestellte Fehler und Alterswertungspunkte. Die Platzierung ergibt sich aus der verbleibenden Punktzahl.

Leistungen

Beim Löschaufbau (Trockenübung) muss eine aus vier Teilstücken bestehende Saugleitung verbunden, gesichert, an eine Motorpumpe angeschlossen und als eine sich am Ende auf zwei Stränge verzweigende Schlauchleitung mit Endrohren über eine Distanz von 70 Metern gelegt werden.

Bestanden ist diese Disziplin mit einer Mindestzeit von unter 90 Sekunden. Der Durchschnitt bewegt sich laut Wettbewerbsleiter Karl Diepold zwischen 55 und 75 Sekunden. Hervorragend sind 35, der Weltrekord liegt bei 29 Sekunden. Die Staffellaufzeiten bewegen sind im Schnitt zwischen 60 und 75 Sekunden.
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