Und sie blitzen doch
Glosse

Sprechen wir nicht über den Sozialneid der Fahrer von Kleinwagen. Sprechen wir über Höchstgeschwindigkeiten. Und über Leute, die sich nicht daran halten. Also über alle Menschen, die mit dem Auto unterwegs sind. Wer sagt, dass er noch nie zu schnell gefahren ist, darf getrost als Märchenerzähler gelten.

Doch die andere Erfahrung kennt auch jeder: Man hält sich mal an die erlaubten 100, dann zischt ein anderes Auto (in der Idealvorstellung ist es ein "Bonzenwagen") an einem vorbei, lässt den gesetzestreuen Bürger aussehen, als ob er ein Verkehrshindernis wäre, das auf deutschen Straßen rein gar nichts zu suchen hat. Nun lautet die reflexhafte Frage immer: Warum kann die Polizei nicht jetzt und hier blitzen?

Vor kurzem bin ich gar nicht dazu gekommen, diese Worte auszusprechen, weil der größere weiße Mercedes, der mich soeben mit geschätzten 130 Sachen überholt hatte, plötzlich bremste, als der Mann am Steuer auch sah, dass am Ende der Geraden ein Polizist durch seinen Laserblitzer spähte. Sogleich trat der Hüter der Höchstgeschwindigkeit auf die Fahrbahn und holte mit einem genüsslichen Schwung der Winkerkelle den Gesetzesbrecher zu sich auf den Parkplatz.

Natürlich vollkommen ohne Schadenfreude und nur aus allgemeinen staatsbürgerlichen Überlegungen heraus in bester Stimmung, fuhr ich mit einem Grinsen am Ort des Geschehens vorbei und malte mir aus, welche Frage denn der wackere Beamte dem gemeingefährlichen Raser als erste stellen würde ("Funktioniert Ihr Tacho noch?"). Der Tag ist jetzt bei mir im Kalender rot angekreuzt.

Gestern hat mich an derselben Stelle wieder einer überholt. Ein Italiener war's. Das hätte sicher auch eine schöne Vorstellung mit einem hintersinnig fragenden Staatsdiener gegeben. Allein, dieses Mal war kein Blitzer zur Stelle. Ich war aber nur kurz enttäuscht. Die eine Erfahrung vom letzten Mal wiegt viele ausgefallene Radarfallen auf.



In eigener Sache Zwei Seiten, zehn Wünsche

Amberg. (tk) Noch sind es gut zweieinhalb Wochen bis zum Heiligen Abend, doch die Leser unserer Zeitung können schon jetzt andere Menschen glücklich machen. Auf den Seiten 28 und 29 dieser Ausgabe finden sich zehn Wünsche von Kindern, Vereinen und Erwachsenen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind.
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