Und wo liegt das Problem?
Angemerkt

Auf jede Schnapsidee folgt die Ernüchterung. Das bedeutet aber nicht zwangsweise, dass ein Kater daraus werden muss. Wolfgang Derschs kurzer Kulturreferenten-Tagtraum einer eigenständigen musealen Würdigung von Michael Mathias Prechtl und dessen Werk würde Amberg als Geburtsstadt, in der er auch beigesetzt wurde, gut zu Gesicht stehen. Zumal eine Rechnung des Malers, Zeichners und Illustrators in seiner Heimat stets gut aufgegangen ist: Prechtls Hang zur Provokation fiel hier auf fruchtbaren Boden. Das Verhältnis der biederen Amberger Bürgerschaft zu ihrem großen Sohn, der es als Künstler weit gebracht hat, galt lange als angespannt. Auch in Neumarkt wurde nicht nur gejubelt, als das Lothar-Fischer-Museum Gestalt annahm, erzählte dessen Leiterin Dr. Pia Dornacher. In den Ruin hat es die Stadt gleichfalls nicht getrieben. Wo sollte also das Problem liegen, mit einem Prechtl-Museum Amberger Identität zu stiften?

___

Mail an den Autor:

michael.zeissner@derneuetag.de

Blickpunkt Symbolische Gegenstimme

Amberg. (zm) Alles wird teurer, auch die Kultur. Deshalb hat die Verwaltung dem zuständigen Stadtratsausschuss vorgeschlagen, Eintrittspreise anzuheben. Hauptsächlich konzentrieren sich die Steigerungen auf Konzertveranstaltungen. Die letzte Anpassung der Ticketkosten datiert auf die Spielzeit 2013/14. Die neuen Preise sollen 2016/17 in Kraft treten und sich auf die Auftritte größerer Ensembles konzentrieren.

Die Spanne bewegte sich bisher zwischen 17 und 25 Euro, künftig liegt sie zwischen 17 und 29 Euro. Entsprechend werden Abonnements angepasst. "Das heißt aber nicht, dass automatisch jedes Konzert teuerer wird", unterstrich Kulturreferent Wolfgang Dersch. In einem Punkt erntete er jedoch Widerspruch und eine Gegenstimme von SPD-Stadträtin Brigitte Netta. Die Sitzungsvorlage sah auch eine Anhebung des Eintritts für das Kindertheaterfestival vor. Demnach müssen Kinder und Eltern künftig einen Euro mehr pro Karte (dann fünf Euro Kinder, sechs die Erwachsenen) zahlen. Netta ist das zu viel, es würde besonders sozial schwache Familien treffen.

Nicht nur für die ganz Kleinen

Amberg. (zm) Die Pantomime "Der Fischer und seine Frau oder Meer ist mehr" vom Theater Schreiber und Post (Dresden) eröffnet als Vorjahressieger am 6. März 2016 das 12. Kindertheaterfestival im Jugendzentrum. Die gesamte Woche über gibt es dann pro Tag zwei Vorstellungen, die von einer Kinderjury bewertet werden. Mit "Das doppelte Lottchen" (ab 7 Jahre) vom Theater Feuer und Flamme (Braunschweig) möchte das Kulturamt als Veranstalter erstmals auch ältere Kinder ansprechen. Die Altersangaben der anderen Wettbewerbsbeiträge bewegen sich zwischen drei und fünf Jahren.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.