Unnötiger Stress

Endstation Dominik Jozinovic (rechts): Ein ums andere Mal scheitern die Amberger Angreifer am Torhüter des TSV Rain/Lech. Mit einer Ausnahme: In der 71. Minute findet Benjamin Werner (links) die Lücke und erzielt den erlösenden Treffer für den FC Amberg. Bild: ref

Der Nord-Vize schlägt den Süd-Meister: Im Duell der Aufsteiger aus der Bayernliga feiert der FC Amberg einen wichtigen Heimsieg in der Fußball-Regionalliga Bayern gegen den TSV Rain/Lech, muss aber bis zum Abpfiff zittern.

"Wir haben Rain in der ersten Hälfte müde gespielt und die Partie im zweiten Abschnitt entschieden. Aber wir müssen das zweite Tor machen, da hat uns die Ruhe gefehlt", analysierte FC-Trainer Timo Rost am Samstag nach dem knappen 1:0-Sieg. Dass der aber letztlich verdient war, zweifelte auch Gästetrainer Jürgen Steib nicht an: "Wir haben uns ordentlich verkauft, mit etwas Glück wäre vielleicht sogar ein Punkt drin gewesen. Dafür fehlt uns offensiv aber auch etwas die Qualität."

Im Vergleich zur Vorwoche und dem 1:1 in Buchbach veränderte Timo Rost sein Team auf drei Positionen: Für den rot-gesperrten Julian Ceesay rückte Silas Göpfert in die Innenverteidigung. Thomas Schneider ersetzte den erkrankten Marco Wiedmann und vorne durfte Tobias Wiesner anstelle von Michael Dietl ran. Auch Rains Trainer Jürgen Steib veränderte seine Startelf auf insgesamt drei Positionen.

Tief in der eigenen Hälfte

An der Rainer Spielausrichtung änderte das aber wenig, die Gäste standen sehr defensiv, machten die Mitte dicht und überließen dem FC das Mittelfeld. Doch die Rost-Elf tat sich schwer gegen die tiefstehenden Schwaben, die erste gute Möglichkeit hatte dann Tobias Wiesner per Kopf, sein Versuch war aber kein Problem für TSV-Schlussmann Dominik Jozinovic (15.).

Der wäre kurz darauf eigentlich schon geschlagen gewesen, doch Christian Knorr fehlte die berühmte Fußspitze für die Führung (18.). Die Gäste warteten auf Konter und waren auch bei Standardsituationen immer gefährlich. So auch nach einer guten halben Stunde, da bewahrte FC-Torhüter Matthias Götz seine Mannschaft mit einer guten Flugparade (31.) vor dem Rückstand.

Zwei Minuten später war dann erneut sein Gegenüber gefordert, doch Dominik Jozinovic kratzte einen Schuss von Sven Seitz noch gerade so um den Pfosten. Seitz versuchte es kurz später nochmal von der Strafraumgrenze, aber auch hier fehlten ein paar Zentimeter (40.). Die letzte Chance im ersten Abschnitt gehörte den Gästen: Matthias Götz konnte aber nach einer schönen Einzelaktion des einzigen TSV-Stürmer Christian Doll das 0:0 zur Halbzeit festhalten.

Nach dem Seitenwechsel schaltete Amberg einen Gang hoch und machte mehr Druck als zuvor. Die erste Chance hatte aber der TSV durch Christian Doll, doch erneut konnte Matthias Götz seinen Kasten sauber halten (53.). Die Gastgeber übernahmen jetzt deutlich die Partie und hätten durch den eingewechselten Junior Torunarigha nach einer guten Stunde in Führung gehen müssen, doch der Ball kam aus gut zehn Metern zu zentral auf TSV-Torhüter Jozinovic. Kurz darauf hatte Benjamin Werner scheinbar zu viel Zeit, als er alleine vor dem Gästetor stand und in letzter Sekunde noch ein TSV-Verteidiger den Fuß dazwischen brachte (68.). Drei Minuten später war der Bann aber gebrochen: Erst scheiterte Sven Seitz zwar an Gästetorwart Jozinovic, und auch Junior Torunarigha vergab, doch Benjamin Werner brachte den zweiten Nachschuss zum viel umjubelten 1:0 im TSV-Tor unter (71.).

Hochkarätige Chancen

Plötzlich wurden auch die Rainer offensiver und sorgten so immer wieder für Gefahr, ohne aber richtig klare Möglichkeiten herausarbeiten zu können. Dabei hätte dieses Zittern gar nicht sein müssen, hätten die Amberger ihre zahlreichen Konterchancen besser verwertet. Aber sowohl Benjamin Werner (80., 88.) als auch Sven Seitz (82., 83.) vergaben je zwei hochkarätige Möglichkeiten.

Und so musste auch FC-Trainer Timo Rost bis zum Abpfiff bibbern, bis drei ganz wichtige Punkte endlich unter Dach und Fach waren - verdient, aber sicher auch mit mehr Stress, als es eigentlich nötig gewesen wäre.
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