Unter Lebensgefahr durch sechs Länder geflohen

Salim Aboharashs Flucht war nicht nur abenteuerlich, sondern lebensgefährlich. Das fing schon an der Grenze zur Türkei an. Das Nachbarland von Syrien nimmt seit einiger Zeit keine Flüchtlinge mehr auf. Wer sich vor dem Bürgerkrieg oder der Terrormiliz IS retten will, muss illegal kommen - mit der Gefahr, dass Soldaten an der gut bewachten Grenze schießen.

Auch Salim hatte keine andere Wahl. Und er brauchte Hilfe, um einen versteckten Weg zu finden. Von Schleusern, die ihm nach seiner Auskunft 3000 Euro dafür abknöpften - auch um die Weiterreise nach Deutschland zu organisieren. Der Übertritt in die Türkei klappte zwar, doch schon in der Ägäis drohte die Flucht zu scheitern.

Griechische Grenzsoldaten hatten das 10-Meter-Boot mit rund 45 Syrern in ihrem Hoheitsgebiet entdeckt und wollten es zurückschleppen auf die türkische Seite. Erlösender, aber gefährlicher Einfall von Salim und rund 20 weiteren Leuten in der Nussschale: Sie sprangen ins Meer, um die griechischen Grenzer zu zwingen, sie als Schiffbrüchige an Bord zu nehmen. Doch freundlich aufgenommen wurde die Gruppe laut Salim hier nicht. Die Behörden waren heilfroh, als sie hörten, alle wollen weiter nach Deutschland. Durch Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich ging es teils in Autos, streckenweise aber auch zu Fuß hierher. Dauer der Flucht: 20 Tage.

Erst am Ankunftsort Altötting, wenig später in Regensburg und jetzt in Amberg spürt Salim nach eigenen Worten, nicht unerwünscht zu sein. Er hofft, das bleibt so. Vor allem, wenn er einmal arbeiten und für sich selber sorgen kann. (ath)
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