Unter uns

In Amberg gibt's keine Kneipen. Niemand ist am Wochenende auf der Straße unterwegs. Auch tagsüber ist in der Innenstadt tote Hose. Der Einzelhandel lebt nicht mehr lange, es gibt zu viele Bäckereien und Handyläden.

Parkplätze sind praktisch so gut wie nicht vorhanden. Das Autofahren können sich sowieso nur noch Reiche leisten. Die Erdgastankstelle am Busbahnhof ist die teuerste in ganz Deutschland. Warum überhaupt in die Stadt fahren? Vor lauter Baustellen kommt man sowieso nicht vom Fleck. Und dann die Ampeln. Alle rot. Von grüner Welle haben die noch nix gehört. Der Ampeldirigent ist ein Vollpfosten. Dem könnte man gleich die Verantwortung für das leerstehende Forum in die Schuhe schieben. Das Ergebnis wäre das gleiche: null. Auch für Künstler ist in Amberg nichts geboten.

Die edlen kreativen Schöngeister werden von einer Stadtverwaltung niedergebügelt. Und jetzt sollen auch noch die Hundehalter ihre Wauzis an die Leine hängen: beim Spaziergang in einem Naherholungsgebiet. Dabei werden die doch sowieso schon wie Aussätzige behandelt: Sicher stellt die Stadt absichtlich Koteimer auf und füllt sie nicht mehr mit diesen roten Beuteln. Aus schierer Schikane-Lust. Und das Schlimmste ist: In einem alten, durchgesessenen Kino-Sessel kann man neuerdings auch nicht mehr entspannen. Ach, meine Stadt. Amberg, du bist einfach das liebens- und lebenswerteste in ganz Deutschland.
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