Unterricht im Wirtshaus

Ihr erster Schultag ist lange her. Genau genommen über 70 Jahre. Ihr Klassenzimmer befand sich im Gasthaus Kummert an der Raigeringer Straße. Die Schulen wurden in der Nachkriegszeit als Lazarette gebraucht. Es gab keine Schultaschen, Tafeln oder Bücher. Alles, was für den Unterricht benötigt wurde, besorgte man sich von Geschwistern, Verwandten oder von Bekannten. Für viele Kinder war es eine schwere Zeit, denn ihre Väter waren gefallen, vermisst oder noch in Gefangenschaft.

Daran erinnerten sich 22 ehemalige Schülerinnen aus der damaligen 1. Klasse, als sie jetzt sieben Jahrzehnte später erneut einen Tag miteinander verbrachten. Die beiden Organisatorinnen Helga Spies und Helga Kneidl hatten schon zehn Jahre zuvor zu einem ersten Treffen eingeladen. Es folgten weitere Zusammenkünfte und mit ihnen das Versprechen, sich zum 70-Jährigen wiederzusehen. Nach einem Gottesdienst in der Bergkirche, bei dem auch der zehn verstorbenen früheren Mitschülerinnen gedacht wurde, stand ein gemütliches Beisammensein mit Mittagessen, Kaffee und Kuchen auf dem Programm.
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