Urnen im Trend

Oberbürgermeister Michael Cerny (links) und Wolfgang Lebe, der das Standes- und Friedhofsamt leitet, begutachteten die neu gepflanzten Urnenbäume (amerikanische Roteichen) und den ersten Gedenkstein. "Wir werden auch in Zukunft alles daran setzen, neue Ideen für die letzte Ruhestätte aufzugreifen und zu entwickeln, um die Wünsche unserer Bürger erfüllen zu können", versprach Lebe. Im städtischen Waldfriedhof wurde seinen Angaben nach auch ein Platz für ein muslimisches Gräberfeld geschaffen. Bild: hfz

Neue Ideen für die letzte Ruhestätte: Im Waldfriedhof sind jetzt auch naturnahe Bestattungen möglich. Der Trend zur Urne ist nach wie vor ungebrochen groß.

Im Bestattungsbereich haben sich in den vergangenen Jahrzehnten große Veränderungen ergeben. Standen in den 1990-er Jahren noch "ganz normale" Erdbestattungen hoch im Kurs, ist heutzutage der Trend zu Feuerbestattungen ungebrochen. Gleichzeitig hat sich auch das Aussehen der letzten Ruhestätten gewandelt, viele wünschen sich statt klassischer Grabanlagen einen Platz in einer Urnenwand oder alternative, naturnahe Bestattungsformen.

Zehn Roteichen gepflanzt

Aus diesem Grund hat die Stadt laut Pressemitteilung die Möglichkeit geschaffen, sich auf dem Waldfriedhof unter Bäumen zur letzten Ruhe betten zu lassen. Dort wurden insgesamt zehn amerikanische Roteichen gepflanzt. Bei jedem Urnenbaum setzt das Friedhofsamt eine Grabsäule. Darauf ist Platz für Täfelchen mit den Daten der acht Verstorbenen, die um den Baum herum bestattet werden. Erwerbe jemand jedoch das Grabnutzungsrecht an einem Urnenfamilienbaum, unter dem höchstens acht verstorbene Angehörige beigesetzt werden können, muss derjenige sich selbst um eine Gedenkstele kümmern. "Das Interesse an dieser Bestattungsart ist relativ groß", weiß Wolfgang Lebe, Leiter des Standes- und Friedhofsamtes. Mit Oberbürgermeister Michael Cerny begutachtete er die Situation vor Ort.

Vorerst nur Waldfriedhof

Die Männer zeigten sich angetan vom großen, parkähnlichen Bereich, der auf diese Weise entstanden ist. Da der Flächenbedarf entsprechend hoch sei, könne das Angebot nur auf dem Waldfriedhof umgesetzt werden - zumindest vorerst. Längerfristig könnte dies aber auch in den anderen städtischen Friedhöfen möglich werden. "Es gibt einen Beschluss des Stadtrates, bestimmte Grabfelder nicht mehr neu zu belegen, um ein größeres zusammenhängendes Gebiet zu bekommen", erläuterte Lebe.

Der Friedhofsamts-Leiter nannte einen weiteren Vorteil: Der Pflegeaufwand werde sich deutlich verringern. Für den Katharinenfriedhof werde überlegt, Urnenringanlagen zu erstellen, mit denen Freiflächen optisch ansprechend genutzt werden könnten. Dabei handelt es sich um halbe und geschlossene Kreise, möglich sei aber auch eine individuelle Gestaltung hinsichtlich Farben, Formen und Unterteilung. Da diese neuen Bestattungsmöglichkeiten einen relativ hohen Preis hätten, müsste erst einmal eruiert werden, inwieweit diese Variante auch nachgefragt werde, erklärte Lebe.
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