Ursula und Max Schneider sind seit 60 Jahren verheiratet
Es funkt mit Trompete

Gut gelaunt und mit etlichen erzählten Geschichten aus ihrem Leben feierten Max und Ursula Schneider am Donnerstag ihre diamantene Hochzeit. Dazu gratulierte auch Bürgermeister Martin Preuß (Mitte) mit einem Konfektkorb. Bild: gf
Es funkte mit Pauken und Trompeten. Genauer gesagt hatte Max Schneider nur seine Trompete unterm Arm, als er 1951 an der Bushaltestelle in Ursensollen stand. Das reichte aber völlig aus, dass die damals 16-jährige Ursula auf ihn aufmerksam wurde. Schon beim ersten Blickkontakt "knisterte" es zwischen den beiden mit dem Resultat, dass sie sich rund vier Jahre später am 14. Mai 1955 das Ja-Wort gaben. Sie heirateten standesamtlich und in der Dreifaltigkeitskirche.

Leidenschaftlicher Musiker

60 Jahre lag dieser Tag am Donnerstag zurück - an Christi Himmelfahrt feierten die zwei Amberger ihre diamantene Hochzeit. Dass sie dieses Ehejubiläum vollenden, hätte sich Ursula Schneider 1951 nicht träumen lassen, berichtete sie lachend beim Besuch von Bürgermeister Martin Preuß, der sich in die Riege der Gratulanten einreihte. 1945 hatte sie als junges Mädchen aus Breslau fliehen müssen.

Max Schneider war damals schon leidenschaftlicher Musiker gewesen. Er spielte mit der Kapelle Siegert bei Tanzabenden und auf Kirchweihen, außerdem war er Mitglied und Trompeter der Knappschaftskapelle, über deren gute Kontakte zur Luitpoldhütte er schließlich einen Arbeitsplatz in der Gießerei fand. Nur wenige Jahre arbeitete Max Schneider, denn er zog sich 1957 als Motorradfahrer bei einem Verkehrsunfall schwere Kopfverletzungen zu - die seinerzeit übliche Lederkappe hatte nicht die Sicherheit heutiger Sturzhelme geboten. Max Schneider war fortan arbeitsunfähig. Seine Frau war als vielbeschäftigte Haushaltshilfe tätig, brachte vier Kinder zur Welt und genoss später die häufigen Besuche ihrer fünf Enkelkinder - mittlerweile gehören bereits zwei Urenkel zum Familienverbund.

Viel Freude hatten Ursula und Max Schneider mit ihrem Schrebergarten in der Kleingartenanlage an der Vils, den sie fast 50 Jahre lang bewirtschafteten und pflegten. Gerne erinnern sich die Ehejubilare auch an gemeinsame Busreisen. Im Dreifaltigkeitsviertel wohnen sie zeitlebens; allein 44 Jahre in der Hans-Thoma-Straße in einer Wohnung des Werkvolks. Soweit sie Zeit übrig hatte, engagierte sich Ursula Schneider in der Pfarrei Dreifaltigkeit.

Seit kurzem im Caritasheim

Erst im August 2014 entschlossen sich die Eheleute, ins Caritas-Seniorenheim an der Friedlandstraße umzuziehen, wo sie sich nach eigenen Worten gut versorgt fühlen. Zur diamantenen Hochzeit wünschten neben dem Bürgermeister viele Familienangehörige und weitere Besucher alles Gute.
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