Vatikan mag Berg und Bratwurst

Jetzt aber schnell, damit die Bratwürste samt Kraut nicht kalt werden - oder nass, weil es am Samstagabend und -vormittag teils ordentlich geregnet hatte. Das hielt Hunderte Besucher dennoch nicht ab, zur Eröffnung des Bergfests zu kommen. Am Sonntag gab es dann sowieso sonniges Wetter, das schon tagsüber die Massen hinauflockte zu den Maßen (Bier) und mehr. Bild: Huber

Von wegen nicht ideal: Es gibt kein Wetter, das nicht für die Eröffnung des Bergfests passt. Die lassen sich die Amberger und ihre Besucher nämlich auch nicht von ein paar Regenwolken vermiesen. So war es am Samstag zum Start gut voll - am Abend auf dem Festplatz und in der Kirche beim Auftaktgottesdienst.

Tatsächlich hatte die offizielle Eröffnung wegen eines heftigen Schauers - auch am Vormittag prasselten die Niederschläge - nach drinnen verlegt werden müssen. Aber vielleicht sollte das so sein, damit der besondere Gast aus Berlin die Wallfahrtskirche fast eineinhalb Stunden lang in vollen Zügen genießen konnte, die er sonst wohl nur ein paar Minuten gesehen hätte, wenn die Messe draußen am Freialtar über die Bühne gegangen wäre. Wie berichtet, gab sich diesmal der höchste Vertreter des Vatikans in Deutschland die Ehre, das Bergfest zu eröffnen.

Nuntius sieht Frömmigkeit

Der Apostolische Nuntius Dr. Nikola Eterovic weilt zu einer amtlichen Visite in der Diözese Regensburg und sollte auch von der Marienverehrung im Bistum einen guten Eindruck erhalten. Klar, dass sich dafür das Amberger Bergfest mit seiner Ausstrahlung in die ganze Region bestens eignet. Das betonte auch Dekan Markus Brunner, der den Mariahilfberg als "geistlichen Kristallisationspunkt marianischer Frömmigkeit für das Bistum" bezeichnete. Seit 380 Jahren pilgerten Gläubige hierher und hielten diese Verehrung der Gottesmutter auch mit dem Bergfest wach. Sein geistliches Motto widmet sich heuer einem besonderen Service, den das für die Wallfahrtsseelsorge zuständige Franziskanerkloster ebenso treu leistet. Es bietet täglich - nicht nur während der Festwoche, sondern das ganze Jahr hindurch - das Sakrament der Buße an.

"Der Mariahilfberg ist von Anfang an der Beichtstuhl unserer Region", hob Franziskaner-Guardian Pater Janusz Wrobel hervor. Ihm und seinen Mitbrüdern - seit 2007 wird die Bergkirche von der Krakauer Ordensprovinz betreut - liege es "am Herzen, Präsenz im Beichtstuhl zu zeigen". Denn dadurch könne die Kirche "den Verletzten, Verzweifelten und Hoffnungslosen beistehen", ihnen die "ausgestreckte Hand Gottes reichen und sie von ihr berühren lassen", wie es Pater Janusz ebenso tiefsinnig wie glaubenspraktisch ausdrückte.

Mehr Mut zur Beichte

Dafür will das geistliche Fest-Motto unter dem Titel "Aussprechen, lossprechen" Mut und "Werbung" machen. Letzteres hat das Bergfest selber nicht nötig. Auch ohne große Reklame lockt es jedes Jahr Tausende an - sicher auch heuer wieder, nachdem die Festwoche ja noch bis Sonntag, 5. Juli, dauert und täglich von 6 Uhr morgens bis zum späten Abend kirchliches und weltliches Programm bietet.
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