Verabredung mit Gott bei Nacht

Sie und insgesamt 36 000 Flyer laden zur ersten Nacht der offenen Gotteshäuser in Amberg ein: (von links) Thomas Eichenseher (Stadtmarketing), Pfarrer Roland Böhmländer, Carsten Armin Jakimowicz (Religionspädagoge Katholische Studierende Jugend), Swetlana Iolowitsch (Jüdische Gemeinde), Stadtpfarrer Markus Brunner, Ute Schatz und Melanie Gruber (beide Stadtmarketing). Bild: Huber

Eine Weltneuheit ist die Veranstaltung nicht. Aber in Amberg feiert sie am Samstag, 21. November, Premiere: die Nacht der offenen Gotteshäuser. Zum Höhepunkt des Abends treffen sich die Besucher aber nicht in Kirchen oder Synagogen, sondern unter freiem Himmel.

Was für Ute Schatz vom Stadtmarketingverein von einem Albanien-Besuch bleibt? Viele gute Erinnerungen an das harmonische Miteinander der Menschen mit verschiedenen Religionen etwa - und eine Idee: eine Nacht der offenen Gotteshäuser in Amberg auf die Beine zu stellen. Am Samstag, 21. November, ist es so weit. Von 17 bis 22.15 Uhr öffnen zwei evangelische und fünf katholische Kirchen der Stadt sowie die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde die Türen.

"Eingeladen sind alle, die neugierig sind", sagt Pfarrer Roland Böhmländer von der evangelischen Paulanerkirche. "Sie können entdecken, wie Glaube sich äußert, wie er aussieht, wie er sich anhört und teils gar wie er schmeckt", verheißt Stadtpfarrer Markus Brunner von St. Georg.

Respektvolles Miteinander

Jedes Gotteshaus hat sein Programm selbst gestaltet. Entsprechend bunt fällt es aus. Allen gemein ist die einmalige Stimmung durch entsprechende Illumination. Zudem bietet etwa die Bürgerspitalkirche eine Art Kino unterm Kreuz. Um 18 Uhr beginnt dort ein Filmgottesdienst mit dem Titel "Jesus liebt dich!". Rabbiner Elias Dray, Musik und mystische Gebete empfangen Interessierte im Gemeindesaal der Isrealitischen Kultusgemeinde. Eine Führung durch die Synagoge schließt sich an.

Ein Bollwerk an Musik feuern Posaunenchor, die Kantorei, Organist und Chor, einzeln und in Kombination, den Abend über in der Paulanerkirche ab. Auch durch die Schulkirche hallt Orgel- und Chormusik, ergänzt von meditativen Texten mit dem Vokalensemble "Vox Aeterna". Taizegebete stehen in der Dreifaltigkeitskirche auf dem Programm. In St. Georg können die Besucher "Schritt für Schritt dem Glauben nachgehen". An verschiedenen Stationen erfahren sie mehr über die Rolle des Glaubensbekenntnisses oder des Taufsteins im katholischen Glauben. In St. Martin wird über die sakrale Architektur der Basilika informiert. Originell: Dazu ist Orgel- und Oboenmusik zu hören.

Gern alle Jahre wieder

Am Ende der Veranstaltung treffen sich alle zum gemeinsamen Friedensgebet auf dem Amberger Marktplatz. Auch dabei: Oberbürgermeister Michael Cerny. "Hier kann jeder das respektvolle Miteinander der verschiedenen Religionen, so wie es in der Stadt gepflegt wird, miterleben", sagt Pfarrer Böhmländer. Das Friedensgebet bietet aber auch ein Kontrastprogramm zum Vorabend, an dem die neue Weihnachtsbeleuchtung erstmals erstrahlt, betont Stadtmarketing-Chef Thomas Eichenseher. "An der gleichen Stelle wird sich an einem Wochenende die Spannbreite zeigen, die diese Stadt zu bieten vermag." Am Freitag dominiere noch das "konsumorientierte, schreierische Element. Am Samstag bestimmen besinnliche Elemente die Atmosphäre auf dem Markplatz".

Kommt das gut an, liebäugeln die Macher bereits mit einer Wiederholung der Nacht der offenen Gotteshäuser - im nächsten Jahr.
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Das gesamte Programm im Detail unter

http://www.stadtmarketing-amberg.de
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