Verein füllt Finanzierungslücke

Personelle Veränderungen gab es im Vorstand des Vereins der Amberger Freunde der Technischen Hochschule. Von links der neue stellvertretende Vorsitzende Franz Mende, der neue Schatzmeister Werner Dürgner, dessen Vorgänger Heribert Niedermeier und Vorsitzender Dr. Erich Voss. Bild: Uschald

Seit seiner Gründung im Jahr 1995 haben die Freunde der Technischen Hochschule Amberg-Weiden über 600 000 Euro in Projekte der OTH investiert. Diese Bilanz zog der scheidende Schatzmeister der ersten Stunde, Heribert Niedermeier, in der Mitgliederversammlung.

Eine besondere Aktivität war im abgelaufenen Jahr die Suche nach Sponsoren für das Deutschland-Stipendium. Langfristiges Ziel ist die Erhöhung der Mitgliederzahl. Nach 20 Jahren im Amt stellte sich Gründungsmitglied und Schatzmeister Heribert Niedermeier nicht mehr zur Wiederwahl. "Für die Arbeit im Vorstand des Fördervereins, die mich die Gründung und rasante Entwicklung der heutigen OTH miterleben ließ, habe ich mich sehr gerne mit Engagement eingebracht", sagte Niedermeier. "Wir haben sein Engagement und seinen Einsatz für den Förderverein über die Maßen geschätzt und verlieren einen ausgewiesenen Erfahrungsträger", stellte Vorsitzender Dr. Erich Voss fest. Zum Nachfolger berief der Verein Werner Dürgner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Amberg-Sulzbach. Auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Professor Dr. Karlheinz Büttner, stellte nach seiner Pensionierung als Leiter des Elektronikwerks der Siemens AG in Amberg sein Amt zur Verfügung. Ihm folgt Dipl.-Ing. Franz Mende, Leiter der mechanischen Fertigung im Schaltgerätewerk der Siemens AG in Amberg, nach. Noch offen ist die Nachbesetzung von Vorstandsmitglied Bernhard Weigert, Personalleiter bei der ZF-Cherry in Auerbach.

Laut Voss ging die Mitgliederzahl von 329 auf 320 zurück. Nach wie vor sei es schwierig, Studierende als Mitglieder zu gewinnen. Voss appellierte, im Bekanntenkreis zu werben. "Die Technische Hochschule ist der Leuchtturm für die Ausbildung der Region. Unsere Mitgliedschaft unterstreicht die Bedeutung", sagte Voss.

Drei Stipendien vergeben

Eine besondere Aktivität, so Voss weiter, war die Suche nach Sponsoren für das Deutschland-Stipendium. Wenn ein Förderer monatlich 150 Euro, also jährlich 1800 Euro zur Verfügung stelle, verdoppele das Bundesministerium das Stipendium auf 300 Euro pro Monat. Vor drei Jahren sollte die Förderquote 0,5 Prozent der Studierenden betragen, im vergangenen Jahr 1,5 Prozent und nun zwei Prozent. "Für das nächste Studienjahr sollte die Quote bei 2,5 Prozent liegen", berichtete der Vorsitzende. Da nur wenige Hochschulen dies erreichen, gebe es Signale aus dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, die Quote bei 2 Prozent zu belassen, also auch die entsprechende Förderung. Im vergangenen Jahr habe der Verein drei Stipendien vergeben. In Folge der Änderung der politischen Vorgaben werden es heuer zwei Stipendien sein. Das Ziel werde auch in diesem Jahr schwer zu erreichen sein. Dass dennoch eine große Zahl von Sponsoren bereit stehe, sei aber hauptsächlich der Hochschule und den Bemühungen des hiesigen Gremiums der IHK zu verdanken.

Die Anzahl der Studierenden in Amberg werde bald 2000 erreichen. Der Verein benötige also Sponsoren für 40 Stipendiaten. Im Förderzeitraum 2014/15 wurden durch das Deutschlandstipendium laut Voss 26 Studierende in Amberg und zehn in Weiden gefördert. Für den Förderzeitraum 2015/16 lägen wieder Zusagen für 36 Stipendien vor, davon 28 für Amberg. Amberg sei dennoch von den 40 ein gutes Stück entfernt.

Voss erwähnte auch die Vergabe der Preise für besondere Abschlussarbeiten. Die Akademische Feier werde auf das Jahresende verlegt, weil dann die Abschlussarbeiten eines ganzen Studienjahres vorlägen und damit der gesamte Bewerberkreis für eine Prämiierung erfasst werde. Außerdem solle die Förderkultur an der OTH stärker mit den Rahmenbedingungen des Deutschland-Stipendiums abgeglichen werden.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten des vergangenen Jahres war laut Voss die Generierung von Firmenspenden. Nach aktuellem Stand seien 13 800 Euro eingegangen, namentlich von Siemens Amberg, Herding Filter, Luedecke, Nabaltec, Danhauser Baustoffe und vom Kreisverband der Volks-und Raiffeisenbanken. Voss: "Damit konnten wir gemeinsam mit dem Weidener Förderverein das Institut für Ethik und Nachhaltigkeit mit 30 000 Euro unterstützen". Die Aktivitäten dieses Instituts seien inzwischen bis zu Arbeitsgruppen der UNO vorgedrungen.

Personal gehalten

Der Verein habe hier eine Finanzierungslücke gefüllt, die durch eine verschobene Finanzierungszusage der Staatsregierung entstanden sei. "Unsere Unterstützung hat dazu geführt, dass der bereits aufgebaute Personalstand gehalten werden konnte", berichtete Voss.
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