Verkaterte Löwen

Der EC Bad Kissingen steht an der Spitze, die Amberger hinken den Erwartungen hinterher. Mit einem Heimsieg heute Abend (20 Uhr) wäre der ERSC bis auf zwei Zähler dran. Doch die letzten beiden Partien stecken noch in den Hinterköpfen.

Es kommt nicht überraschend, dass die Kissinger ihre drei Spiele gewannen und ganz oben stehen in der Eishockey-Landesliga Gruppe 1. Wölfe-Manager Vassili Ledin präsentierte seinem Spielertrainer Mikhail Nemirovsky mit Torhüter Michael Gundlach (Wedemark Scorpions), dem erfahrenen Verteidiger Roman Göldner (unter anderem Selb und Weiden) sowie dem lettischen Kontingentspieler Toms Tilla (25) gleich einige Wunschkandidaten. Der Königstransfer gelang aber kurz vor dem Auftaktspiel mit der Verpflichtung von Stürmer Konstantin Firsanov (33) vom EV Weiden, für den er im Vorjahr 24 Scorerpunkte erzielte.

Mit 20 Jahren kam Firsanov aus Jekaterinenburg (Russland) nach Deutschland und sein "sportlicher Lebenslauf" ist gelinde gesagt umfangreich: Nürnberg und Augsburg in der DEL, dazu 14 (!) weitere höherklassige Clubs - und jetzt Bad Kissingen in der Landesliga. Damit können die Wölfe eine absolute Paradereihe aufbieten, in der Nemirovsky eher defensiv spielt und im Sturm zudem Aleksander Andrusovich Torgefahr verbreitet. Letzterer hatte dem ERSC in der Vorsaison gleich ein halbes Dutzend Treffern "eingeschenkt". Einziger Makel bei den Wölfen könnte im Laufe der Zeit die sehr überschaubare Kaderstärke werden.

Die Amberger Löwen präsentierten sich in den letzten beiden Spiele weniger als Raubtiere, was momentan auch für etwas Katerstimmung sorgt. Es liegt sicherlich nicht am Einsatzwillen, eher an der Konzentration, worauf auch die mangelnde Passgenauigkeit hindeutet.

Die Mannschaft von Trainer Stefan Ponitz hat allemal das Potenzial, in der Tabelle nach oben klettern zu können, muss aber auf jeden Fall mehr davon abrufen und endlich den richtigen Rhythmus finden. Der Wille zur Wiedergutmachung ist groß und einer wird es gegen Bad Kissingen ganz bestimmt besonders gut machen wollen: Andreas Hampl verbrachte die vergangenen beiden Spielzeiten bei den Wölfen, die ihn noch bis vergangene Woche die Freigabe für Amberg verweigerten. Jetzt kann der Allrounder aber das Löwentrikot überstreifen - und sein Debüt in Selb ließ schon seine Stärken erkennen, auch wenn das Mannschaftsergebnis am Ende nicht nach Wunsch war.

Gegen den Tabellenführer ist der ERSC heute Abend gewiss nicht ohne Chancen, muss aber äußerst konzentriert bei der Sache sein und vor dem gegnerischen Tor wieder mehr Kaltschnäuzigkeit zeigen.
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