Verkehrte Welt
Glosse

Es ist schon etwasher, dass ein Parkscheinautomat in Fürstenfeldbruck nicht mehr wusste, wofür er gebaut wurde. Anstatt Münzen zu schlucken, spuckte er unaufhörlich welche aus. Ein Autofahrer, der sich ein Ticket gezogen hatte, traute dem blechernen Goldesel nicht, die Polizei rückte an - und war ebenfalls baff: Der Kasten hatte tatsächlich seinen spendablen Tag. Die Geldstücke lieferten die Herrschaften in Uniform später brav im Rathaus ab.

Nun geschah ähnlich Seltsames auf dem früher überfüllten und inzwischen gähnend leeren Parkplatz beim Amberger Finanzamt. Es war ein Mann aus dem Landkreis, der der Behörde aus steuerlichen Gründen einen Kurzbesuch abstatten musste und die Stadt ebenso wenig um ihre Einnahmen bringen wollte. Also steckte er für zwölf Minuten Standzeit 10 Cent in den Schlitz - und schon passierte es: Das an chronischer Unterbeschäftigung leidende Gerät fing zu rattern an, reagierte wie ein Spielautomat, 20 Cent kullerten in den Schacht. Wer sein Auto in Amberg abstellt, bekommt jetzt noch was raus. So eine bürgerfreundliche Stadt. Ach ja: Neben der Parkgebühr sparte sich der "AS"ler den Weg ins Rathaus - und hofft nun, dass die Steuerrückerstattung demnächst ähnlich generös ausfällt.

juergen.kandziora@zeitung.org

Im Blickpunkt Stefan Oster in "bischöflicher WG"

Amberg/Passau. (upl) Vor 40 Jahren wohnte er in einem Reihenhaus im Dreifaltigkeitsviertel, jetzt eröffnet er eine "bischöfliche WG" in Passau: Ein halbes Jahr nach seiner Ernennung zum Oberhirten des Bistums Passau bezieht der gebürtige Amberger Stefan Oster (49) seine neuen Wohnräume in der Dreiflüssestadt. Das Besondere daran: Er teilt sie mit drei Mitbewohnern. Zusammen mit Oster werden Ordensschwester Conrada Aigner von den Schwestern vom Hl. Kreuz, Eckhard Hub (46) und Stefanie Wanner (23) in die Wohngemeinschaft ziehen.

Hub soll den Bischofsfahrer vertreten, in der bischöflichen Kapelle Mesnerdienste leisten sowie Hausmeistertätigkeiten übernehmen, teilte das Bistum mit. Wanner soll sich um die Organisation des Archivmaterials kümmern sowie für Sekretariatsarbeiten zur Verfügung stehen. In einem Video zeigt der Bischof die drei Zimmer, die er selbst bewohnen will, und die Gemeinschaftsräume. Alle Bewohner entrichten nach Angaben des Bistums für ihre Appartements die ortsübliche Miete.

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Das Video im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/oster
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