Versammlung thematisiert Krise und Gottes Auftrag dazu
Religionen vereint zur Flüchtlingsfrage

Die Versammlung der Religionen in Amberg am Mittwoch, 21. Oktober, könnte nicht näher dran sein an dem, was zurzeit viele Menschen wohl am meisten beschäftigt: die anhaltenden Flüchtlingsströme. Auf unterschiedlichen Routen kommen Hilfesuchende vor allem aus Syrien, aber auch aus anderen Ländern, nach Deutschland. "Immer wieder erweist sich dabei das Mittelmeer auf grausige Weise als Massengrab für Flüchtlinge, die von den afrikanischen Küsten her verzweifelt Zuflucht in Europa suchen", heißt es zum Hintergrund in einer Presseinfo für das Treffen der Religionen.

Bei dem Versuch, gesamteuropäische Solidarität bei der Aufteilung von aufzunehmenden Flüchtlingen einzufordern, drohte die italienische Regierung im Frühjahr damit, am Meeresgrund liegende Ertrunkene von dort heraufzuholen und öffentlich zu präsentieren, rufen die Veranstalter empört in Erinnerung. Deshalb laute das Motto ihrer Versammlung heuer: "Die Leidenschaft Gottes ist der lebendige Mensch."

"Die aktiv Beteiligten, die den Abend gestalten, sind der tiefen Überzeugung, dass der Gott, an den sie glauben, auf den sie hoffen, den sie anbeten und verehren, das Leben will und nicht den Tod, dass Gott Zukunft für alle eröffnen möchte und nicht die kollektive Zerstörung", erläutert die Mitteilung im Vorfeld. So fordere die anhaltende Katastrophe das Glaubensleben und Zeugnis aller Religionen heraus. "Gefragt sind wir alle nach unserer Hoffnung und Verantwortung, ob nun religiös orientiert oder säkular-humanistisch. Die Ankunft von Flüchtlingen und Asylbewerbern in unserer unmittelbaren Nachbarschaft legt uns diese Herausforderung unausweichlich vor die Füße", schreiben die Geistlichen und Glaubenführer, die für die Veranstaltung verantwortlich zeichnen.

Die Versammlung der Religionen will nach ihrer Auskunft deutlich machen, "dass wir hier nach unserer Menschlichkeit gefragt sind, aber auch nach unserem Gottesglauben, der uns ja vielleicht in besonderer Weise in unsere Verantwortung einweist". Die beteiligten Glaubensgemeinschaften würden dazu am Mittwoch Elemente aus ihrer jeweiligen spirituellen Tradition vortragen.

Dem offiziellen Teil schließt sich ein geselliges Zusammensein bei Getränken und Snacks an. Alle Bürger sind zu diesem Beitrag zur Interkulturellen Woche eingeladen. Der Abend beginnt um 19 Uhr im Paulaner-Gemeindehaus am Paulanerplatz. Veranstalter sind das Evangelische Bildungswerk, die Israelitische Kultusgemeinde, die Katholische Erwachsenenbildung, die Russisch-Orthodoxe Gemeinde, die Türkisch-Islamische und die Yezidische Gemeinde. Der Eintritt ist frei.
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