Verschärftes Lob für den Trainer

Mit einem Präsent der Stadt Amberg ausgestattet, kann Siegfried Seeliger (Mitte) seinen neuen Posten als Rektor der Landgraf-Ulrich-Schule in Pfreimd antreten. Schulrätin Beatrix Hilburger (links) und Oberbürgermeister Michael Cerny (rechts) verabschiedeten den Ammersrichter Rektor nach zwei Jahren in Amberg in Richtung Landkreis Schwandorf. Bild: gf

Zwei Jahre war Siegfried Seeliger Rektor der Schule in Ammersricht. Jetzt wechselt er nach Pfreimd - und sieht darin Parallelen zu einem Fußballtrainer.

In der Aula hatten sich Kollegen, Vertreter der Schulverwaltung und des Arbeitsamtes eingefunden, um Seeliger zu verabschieden. In Pfreimd an der Landgraf-Ulrich-Schule werde sein neuer Wirkungskreis sein, sagte Schulrätin Beatrix Hilburger, aber heute wolle man auf die arbeitsreichen und spannenden Jahre zurückblicken, die Seeliger als Schulleiter im Bereich der Staatlichen Schulämter Amberg und Amberg-Sulzbach verbrachte: 2008 hatte er die Mittelschule Ensdorf übernommen, 2013 die Grund- und Mittelschule Ammersricht.

Immer offen für Neues

Beatrix Hilburger betonte, dass Seeliger auf eine Reihe von Veränderungen stolz sein könne, die seiner Initiative zu verdanken seien. Die Mittelschule Ensdorf sei mit dem "isi"-Preis ausgezeichnet worden und habe das Prädikat "gesunde Umweltschule" erhalten. In Ammersricht habe Seeliger die Berufsorientierungsklasse in kooperativer Form (B10k) eingerichtet, mit besonderen Angeboten zum Übergang zwischen Schule und Beruf.

Der Rektor habe seine Schüler zu einer gesunden, energiesparenden, umweltfreundlichen und global-fairen Lebensführung motiviert, selbst die Ammersrichter Kirchweih sei zu einem zentralen Ereignis im schulischen Jahreskreis geworden. Als Schulleiter habe Seeliger großes Können im Bereich Organisations- und Schulentwicklung gezeigt, Mut zur Klarheit und Positionierung sowie analytische Kompetenz bewiesen, einen scharfen Blick für Machbares gehabt und sich gleichzeitig kooperativ gegenüber seinem Dienstherrn verhalten. Nach der Tatort-Regel, wonach ein Täter an den Tatort zurückkehre, verlasse Rektor Siegfried Seeliger nun Ammersricht, um an die Grund- und Mittelschule Pfreimd zurückzukehren, wo er schon vor 15 Jahren als mobile Reserve tätig war.

OB Michael Cerny stimmte dem "verschärften Lob" der Schulrätin zu und ergänzte, dass er Seeliger ungern gehen lasse, denn diesem Rektor sei es gelungen, seine Schüler über die Mittelschule auf das Berufsleben vorzubereiten. Elternbeirats-Sprecherin Maria Bauer meinte, Seeliger habe trotz kalten Gegenwinds aus der Bürokratie nie die Belange der Schule aus den Augen gelassen.

Genau wie beim Fußball

Mit Sonnenblumen und einem Kuchen verabschiedete sich die Schülervertretung, bevor Seeliger seine Zeit in Ammersricht mit dem Vertrag eines Fußballtrainers verglich. Manchmal sei der Rasen schwer bespielbar gewesen. Die Schule sei wie eine Mannschaft, in der Wasserträger, Läufer. Grätscher und Zweikämpfer zusammenfinden müssen. Ein Trainer stehe auf verlorenem Posten und könne sich in seiner Coachingzone zerreißen, wenn der engste Trainerstab nicht mitziehe. Die Ligaleitung (das Schulamt) gebe allen Schulen eine faire Chance, die nur ergriffen werden müsse.

Als gelungenen Spagat, so Seeliger, sehe er den Erhalt traditioneller Tugenden neben einer Modernisierung des gesamten Spielsystems, etwa mit Kirwa, Theatergruppe, Streitschlichter, Gesundheitsbildung, Kilometerkönig, Umweltschule, Fair-Trade-Gedanke und zuletzt inklusive Schule. Bei seinem Trainerteam bedankte sich Seeliger, und für die nächste Saison hoffe er, dass keine Leihgeschäfte - wie Abzug von Lehrern für die mobile Reserve - notwendig würden.
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