Vertrauenspersonen für behinderte Kinder
Leute

Auf dem Pausenhof und im Klassenzimmer sind sie ein Team: Lisa Singer (links) und Lebenshilfe-Mitarbeiterin Karin Hammer. Bild: hfz
Amberg. Gemeinsam mit Freunden die Schule besuchen. Dieser Wunsch ist keinesfalls außergewöhnlich. Doch für Kinder und Jugendliche mit Behinderung kann der Besuch einer Grund- oder weiterführenden Schule mit zahlreichen Barrieren verbunden sein. Die Amberger Lebenshilfe bietet nun Unterstützung an. Sie organisiert Leute, die die Buben und Mädchen in der Schule begleiten.

Verwaltungsleiterin Michaela Winklmeier koordiniert den Einsatz der mittlerweile zwölf Schulbegleiter. Wie gelangt ein körperlich behindertes Kind, das auf einen Rollstuhl angewiesen ist, in die Schule? Wer trägt die Schultasche, bereitet den Arbeitsplatz vor, hält den Stift beim Schreiben? Wer unterstützt geistig behinderte Kinder dabei, sich im Schulgebäude zu orientieren? Wer schlichtet Konflikte, wirkt während des Unterrichts beruhigend auf Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten ein? All dies sind Aufgaben einer Schulbegleitung. Schulbegleitungen sind pädagogisch geschulte Kräfte, die das Kind während der gesamten Schulzeit unterstützen. Eine davon ist Karin Hammer.

"Die konkrete Tätigkeit der Schulbegleitung orientiert sich am Bedarf des Schülers. Das Spektrum reicht von Mobilitäts- und Kommunikationshilfen, über Konfliktvermeidung, bis hin zu einfachen pflegerischen Tätigkeiten", erklärt Winklmeier. Die Vermittlung von Unterrichtinhalten sei nach wie vor alleinige Aufgabe der Lehrkraft. Schulbegleitungen dürften daher nicht als Zweitkraft in der Klasse betrachtet werden, ihr Fokus liege auf dem behinderten Kind. Finanziert werden Schulbegleitungen durch den Sozial- oder Jugendhilfeträger. Die Antragsstellung erfolgt durch die Eltern, in Absprache mit der Schule. Beschäftigt werden die Schulbegleitungen dann vorrangig über soziale Einrichtungen wie die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach. Hier erhalten die Sorgeberechtigten auf Wunsch auch kostenlos eine unverbindliche Beratung und Unterstützung bei der Antragsstellung.

"Durch die tägliche Arbeit in den Klassen tagen Schulbegleitungen einen wesentlichen Teil dazu bei, behinderten Schülerinnen und Schülern Teilhabe und somit ein großes Maß an Normalität, zu ermöglichen", sagt Winklmeier. Davon profitiere nicht nur das betroffene Kind, sondern die gesamte Schulklasse, denn das Erleben von Vielfalt wirke sich förderlich auf die soziale Kompetenz aller Kinder aus.
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