Viele Kunden kommen nicht zum Zug

Am Busbahnhof warten gegen 13.15 Uhr Hunderte von Schülern und dürften wie geplant heimkommen. Nur wenige Schritte entfernt sind sie an zwei Händen abzuzählen - die Leute, die an den Gleisen hoffen, dass der nächste Zug tatsächlich abfährt, wie oben auf der Anzeigetafel angekündigt. Und so kann ein Mann mit orangefarbener DB-Warnweste ungestört und in aller Ruhe seine Leiter aufstellen, um die defekte Röhre einer Deckenlampe auszuwechseln. Wenn Lokführer die Arbeit niederlegen, wirkt der Amberger Bahnhof verlassener denn je.

An der Glastür zum Fahrkartenschalter weist ein kleines, unauffälliges Plakat auf den Extrem-Streik hin. Im Moment ist kein Mensch da, die freundliche Bahn-Mitarbeiterin hinter dem Tresen antwortet auf die Frage, wie die Kunden bisher reagiert hätten, mit den Worten: "Wie immer. Es ist ja nicht der erste Streik." Die Dame versichert schließlich noch: Jeder zweite Zug fahre. Dass etwas anders ist, zeigt auch ein Blick auf die sonst völlig überfüllten Fahrradständer: Dort sind an diesem Dienstag nicht wenige Plätze freigeblieben.
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