Vielleicht helfen ein paar Kerzen

Er war 11 Jahre lang auf allen Positionen, außer Torhüter, für die HG Amberg am Ball: Der 33-jährige Allrounder Jörg Schloder wurde von seinem Teamkameraden nach dem Schlusspfiff begeistert verabschiedet. Bild: Ziegler

Mehr kann die HG Amberg nicht mehr tun: Sie hat das letzte Spiel in der Bezirksoberliga gewonnen. Aber über den Klassenerhalt entscheiden andere.

Am Samstagabend empfing die HG Amberg zum Saisonabschluss den Tabellenletzten der Bezirksoberliga Ostbayern, den SV Buckenhofen. Die Ausgangslage war klar: Da ein Heimsieg des TV Altdorf gegen die bereits gesicherte HG Hemau/Beratzhausen im Parallelspiel zu erwarten war - mit 38:24 trat er auch ein - benötigten die Amberger einen Sieg gegen Buckenhofen, um noch Chancen auf den Klassenerhalt zu haben. Die Oberfranken hätten im Falle eines eigenen sowie eines Hemauer Zweiers ebenfalls die Chance gehabt und dementsprechend motiviert gingen sie in die Partie.

Das Spiel in der gut gefüllten GMG-Dreifachturnhalle entwickelte sich dann auch zu einem wahren Abstiegsschlager mit allem, was das Handballerherz begehrt: Kampf in der Deckung und vielen gute Angriffsszenen. Das Saisonfinale begann aber für die HG alles andere als gut: Nach 20 Minuten lagen die Hausherren mit 6:11 zurück. Ein Auszeit und eine richtungsweisende Ansage von Coach Roland Schmid brachten die Amberger in die Spur.

Von nun an hatte die HG den Kampf angenommen. Trotz der dritten Zeitstrafe für Daniel Wagner bereits in der 28 Minute zeigten die Amberger, dass sie alles dafür tun wollten, um die letzte Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Zahlreiche Treffer befeuerten die Aufholjagd der Oberpfälzer, die zur Pause sogar noch eine 17:15-Führung herauswarfen. Im zweiten Durchgang wogte die torreiche Partie ständig hin und her. Buckenhofen ließ sich nicht abschütteln. Am Ende einer dramatischen Partie richtete es wieder einmal HG-Ikone Tobias Hirsch, der mit acht Feldtoren sowie sechs sicher verwandelten Siebenmetern zum Vater des 32:30-Erfolgs wurde. Torhüter Feldbauer stärkte mit zahlreichen Paraden der Mannschaft den Rücken.

"In Summe war es ein guter Abschluss einer schwierigen Saison. Die Moral und das Mannschaftsgefüge lassen auf eine Zukunft mit Perspektive hoffen", bilanzierte Trainer Schmid. Das Amberger Team verabschiedete den langjährigen Spielmacher Jörg Schloder, der nach elf Jahren in der Vilsstadt berufsbedingt seine Handballzelte abbricht, mit einem Sieg in seinem letzten Einsatz im HG-Trikot Die weitere Liga-Zugehörigkeit hängt von den Ergebnissen der 3. Liga, Bayernliga und der Landesliga ab. Eine Entscheidung wird erst im Mai fallen und bis dahin heißt es für Spieler und Verantwortliche der HG: Hoffen und täglich einige Lichter in der Mariahilfbergkirche anzünden, damit "das Wunder von Amberg" Realität wird.

HG Amberg: Tor: Feldbauer, Krieg; Feld: Hirsch (14/6), Strasser (4), Kührlings, Wagner, Andersch, Streber (je 3), Gschrei, Turner (je 1), Ringeisen, Lulla, Sammet, Schloder.
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