Viktoria kein Sieger

Im Stress: Aschaffenburgs Torwart Stefan Steigerwald - hier nimmt er FC-Kapitän Michael Plänitz als Unterlage - musste einige Male brenzlige Situationen in seinem Strafraum klären. Bei den drei Toren war er machtlos. Bild: ref

Sven Seitz mit einem präzisen Schuss ins Eck, Sven Seitz mit einem Lupfer über den Torwart, Frank Lincke mit einem Kopfball - mit drei Toren vor der Pause zerlegte der FC Amberg die Mannschaft aus Aschaffenburg. Was in Abschnitt zwei kam, war "Kritik auf hohem Niveau" von FC-Trainer Timo Rost.

Die Zahl des Tages am Samstag für den FC Amberg? Die "3". 3:0 (3:0) bezwang der FC den SV Viktoria Aschaffenburg, holte damit den dritten Sieg in Folge, blieb zum dritten Mal hintereinander ohne Gegentor und hat jetzt 33 Punkte auf dem Konto. Das wichtigste aber waren Trainer Timo Rost die drei Punkte: "Es ist nicht selbstverständlich, so einen Gegner auf diese Weise zu bezwingen. Wir haben wenig zugelassen und haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht - das war der Schlüssel für diesen verdienten Sieg."

Die als Tabellenzweiter angereisten Aschaffenburger hatten sich mehr vorgestellt. Ein Plan, der schnell als gescheitert gelten musste, wusste auch deren Trainer Slobodan Komljenovic: "Wir haben drei Tore hergeschenkt, waren in der ersten Hälfte gar nicht auf dem Feld. Aber für uns ist das kein Drama - alle Spiele können wir halt auch nicht gewinnen." Eine lockere Aussage, die eines unterschlägt: Dass der FC einen Aschaffenburger Sieg einfach nicht zuließ.

Die Gäste begannen mit der fast gleichen Elf, die am vergangenen Wochenende Ammerthal mit 7:0 deklassierte. Für die angeschlagenen Michael Dietl und Benjamin Werner liefen beim FC Amberg Frank Lincke und Alexander Jobst auf, der nach seinem Nasenbeinbruch und seiner Operation mit einer Gesichtsmaske spielte. Nach einem ruhigen Beginn setzte Sven Seitz in der 13. Minute dann das erste Ausrufezeichen: Marco Wiedmann erkämpfte sich den Ball, legte zurück auf Seitz, der von halblinker Position abzog und durch die Beine von Viktoria-Verteidiger Dennis Löhr ins lange Eck zum 1:0 traf. Die Gäste erhöhten den Druck, allerdings ohne dominant oder gefährlich zu werden - das blieb weiterhin nur der FC. Und so wurde ein Befreiungsschlag von Michael Plänitz in der 27. Minute zu einer Vorlage für Sven Seitz, der im Laufduell gegen Abassin Alikhil schneller war und den herauskommenden Torhüter Stefan Steigerwald per Heber überwand. Nach einer guten halben Stunde kamen die an diesem Tag wie gelähmt wirkenden Gäste, die ja immerhin drei Akteure in den Top 10 der Liga-Torjäger haben, zu ihrer einzigen wirklich guten Chance, als Björn Schnitzer aus 20 Metern abzog und Matthias Götz im Amberger Tor zu einer Parade zwang. Mehr war von Aschaffenburg nicht zu sehen.

Der FC Amberg hingegen entschied die Partie noch vor der Pause. Nach einem kurz ausgeführten Eckball hatte Kai Hempel viel Zeit zum flanken, Julian Ceesay brachte den Ball per Kopf in die Mitte, wo Frank Lincke ebenfalls per Kopf mit seinem zweiten Saisontreffer das 3:0 besorgte (45.).

Im zweiten Abschnitt ließ der FC Aschaffenburg keine Möglichkeit, stand in der Defensive massiv, ohne aber Beton anzurühren. Abgesehen von einem Weitschuss von Roberto Desch (51.) hatte Matthias Götz nicht viel zu tun. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die Tatsache, dass der FC seine zahlreichen Konterchancen besser verwerten hätte müssen - das sah auch Timo Rost so, der von seinem Team fordert, "noch geiler auf Tore zu werden". Das sei aber "Kritik auf hohem Niveau" (Rost). Der FC zeigte 90 Minuten hochkonzentrierten Fußball, bei dem aus einer kompakten Defensive schnell umgeschaltet wurde. Wobei der Mann des Tages, der doppelte Torschütze Sven Seitz (sieben Tore), eines wusste: "Wenn wir nicht gegen Aubstadt nachlegen, ist dieser Sieg nichts wert."
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