Vogelschützer mit neuer Führung

Der neue LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer (Mitte) wird unterstützt von Stellvertretender Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack, Schriftführer Hans-Joachim Fünfstück, Jugendvertreterin Marina Wörlein und dem Ehrenvorsitzenden Ludwig Sothmann (v.l.n.r.). Bild: Gerhard Franz

Nach 36 Jahren hat der Vogelschutzbund in Bayern eine neue Spitze. Der Biologe Norbert Schäffer wurde zum Nachfolger von Ludwig Sothmann gewählt. Bayerns Umweltministerin würdigte den langjährigen Chef als einen Vordenker für den Naturschutz.

(gfr/dpa) Der Landesbund für Vogelschutz hat einen neuen Leiter. Der Biologe Norbert Schäffer wurde am Samstag im Amberger Congress-Zentrum einstimmig zum neuen LBV-Vorsitzenden gewählt. "Ich will bei den Bayern noch mehr Begeisterung für die Natur und ihren Schutz wecken", sagte der 49-jährige gebürtige Oberpfälzer.

Von England nach Bayern

Schäffer arbeitete in den letzten Jahren für die britische Royal Society for the Protection of Birds, wo er die Abteilung für internationale Naturschutzpolitik und Artenschutzprojekte leitete. "Ich freue mich, nach Bayern zurückzukehren und hier mit dieser überwältigenden Unterstützung etwas zu bewegen", sagte der frisch gewählte LBV-Vorsitzende.

Bei der Delegiertenversammlung nahm Ludwig Sothmann, seit 36 Jahren LBV-Vorsitzender seinen Abschied, hat aber als einstimmig ernannter Ehrenvorsitzender nach wie vor Stimmrecht im Vorstand. Stehende Ovationen und langanhaltender Beifall gab es nach Sothmanns letztem Rechenschaftsbericht, bei dem er das Lebensrecht der Natur als unantastbar bezeichnete.

Für ihn geben es auch keine "schlechte Windkraft", nur schlechte Standorte. Halte man an der 10-H-Regel fest, müsse man in Bayern mit einer Überplanung der Waldgebiete rechnen. Die Regel sei schädlich für die Energiewende. Ohne regenerative Energien könnten die Treibhausgase kaum gesenkt werden.

Unter Sothmann, den Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Deutschen Naturschutzrates, als "Gentleman des Naturschutzes" bezeichnete, entwickelte sich der LBV von einem kleinen Vogelschutzverein zu einem Naturschutzverein mit mehr als 75 000 Mitgliedern.

Auch Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) dankte dem scheidenden Vorsitzenden: Sothmann sei "ein Vordenker für den Naturschutz und die Umweltbildung". Scharf unterstrich, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegenspieler seien. Bayern werde in den nächsten zwei Jahren mit 6 Millionen Euro die Naturvielfalt fördern, das Artenhilfsprogramm fortsetzen und die "wilde Natur" fortentwickeln.

Artenrückgang bekämpfen

Dr. Angelika Regner-Hutter, Abteilungsdirektorin Umwelt bei der Regierung der Oberpfalz betonte, dass der LBV als Eigentümer von fast 600 Hektar Naturschutzfläche in der Oberpfalz, in der Lebensraum für bedrohte Tierarten gesichert werde, gegen den vielfach bedenklichen Artenrückgang gegensteuern würde.

Den neuen LBV-Vorstand um Dr. Norbert Schäffer bilden: Stellvertretender Vorsitzender Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack, Schatzmeister Michael Scharl und Schriftführer Hans-Joachim Fünfstück. Beisitzer sind Dr. Irene Frey-Mann, Ralf M. Krüger, Jugendvertreterin Marina Wörlein, Kassenprüfer Michael Kelber, Volker Mittelzwei und Günther Schreib. Neu in den wissenschaftlichen Beirat wurden Prof. Dr. Franz Bairlein und Dipl.-Agraringenieur Ethelbert Babl gewählt.
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