Vom großen FC zum kleinen FC

Die Verantwortlichen des neuen Regionalligisten FC Amberg gaben auf einer Pressekonferenz einen Ausblick auf die neue Saison (von links): Hubert Kirsch, Helmut Schweiger, Timo Rost und Bernd Scheibel. Bild: ref

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga hat sich auch die Wahrnehmung des FC Amberg geändert: "In der Bayernliga waren wir unter den Favoriten, jetzt nicht mehr", erklärt Trainer Timo Rost. Dennoch ist die Freude auf die neue Saison riesig.

Das war bei einer Pressekonferenz spürbar, bei der das Team um Teammanager Hubert Kirsch, Verwaltungsratsvorsitzender Helmut Schweiger, Timo Rost und Sportlicher Leiter Bernd Scheibel noch einmal auf die abgelaufene Saison zurückblickte und auch schon mal einen Blick auf die kommende Spielzeit warf. "Wir waren der große FC, jetzt sind wir der kleine." Dem sind sich alle beim FC durchaus bewusst. "In meiner Zeit in Cottbus waren wir auch immer der Außenseiter, aber mit der richtigen Einstellung kannst du jeden ärgern", erklärt Rost.

500 000 Euro Etat

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga stieg der Etat beim FC, wie Helmut Schweiger anmerkte. Der sei rund 20 Prozent höher als im Vorjahr, so dass man mit einem Budget von gut 500 000 Euro in diese Saison gehe. Darin enthalten seien aber auch schon die Ausgaben für Jugend (rund 100 000 Euro), U23 und Verwaltung. Finanzielle Abenteuer werde es nicht geben, erklärt Schweiger: "Es ist schwierig, den Spagat zwischen sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Vernunft zu finden. Aber die Risiken für die Einführung von Profifußball wären einfach zu groß."

Aufgabe "machbar"

Dennoch sei es durchaus möglich, mit dem aktuellen Team in dieser Liga zu bestehen - sprich: Den Klassenerhalt zu schaffen. "Es gibt einige Mannschaften, die aufsteigen müssen oder wollen, zum Beispiel die Bayern-Reserve oder Jahn Regensburg. Unsere Aufgabe ist dagegen machbar", bemerkte Hubert Kirsch. Die Liga sei zweigeteilt in Profi-Reserveteams und dem Rest. Das Ziel lautet deshalb: "Wir müssen es schaffen, im vorderen Feld der hinteren Gruppe zu sein." Ein Ziel, dass die bisherigen Neuzugänge des FC Amberg, Jan Fischer, Silas Göpfert und Thomas Schneider unterstrichen. Nur Max Bleisteiner fehlte aufgrund eines Termins. Silas Göpfert, von Eintracht Bamberg gekommen: "Ich habe drei der vier Relegationsspiele gesehen. Da war der FC Amberg teilweise überlegen. Das hat mich beeindruckt."

Die "Experten"

Eine Aufgabe, die einem eingespielten Team zufällt und das punktuell verstärkt wurde und noch wird. Man stehe in Kontakt mit potenziellen Neuzugängen, wie Trainer Timo Rost sagte. "Im Offensivbereich wird sicher noch etwas passieren." Rückblickend auf die vergangene Saison habe es sein Team allen Kritikern gezeigt: "Viele sogenannte Experten haben uns zu Beginn der Saison stark kritisiert. Da haben wir uns nicht beeinflussen lassen. Das war ein wichtiger Lernprozess für uns."

Zuschauer-Magneten

Einige Rahmenbedingungen stehen schon fest. Man plant mit einem Zuschauerschnitt von rund 1000 Besuchern pro Partie und damit fast doppelt so viel in der Bayernliga. Dabei hofft man vor allem auf die Zuschauer-Magneten der Profireserven sowie viele Besucher aus Schweinfurt und Bayreuth. Die Eintrittspreise liegen bei 12 (Sitzplatz Tribüne) und 10 Euro (Stehplatz) und damit liegt der FC Amberg im unteren Drittel der Regionalliga. Zum Vergleich: Jahn Regensburg verlangt für einen Tribünensitzplatz 25 Euro, Unterhaching und Burghausen je 15.

Beim FC Amberg beginnen diese Woche die Arbeiten am Stadion: Nach BFV-Richtlinien müssen im Bereich der Stehplätze Wellenbrecher installiert werden, außerdem muss ein abgetrennter Gästefanbereich existieren. Es gibt also noch einiges zu tun - auch für die Spieler.

Nichts Schönereres als ...

Doch die seien richtig heiß, so Trainer Timo Rost: "Es gibt doch für einen Amateurspieler nichts Schöneres, als in einer solchen Liga zu spielen. Es wird brutal schwer, aber wenn wir uns auf das Tempo und die Handlungsschnelligkeit einstellen, dann haben wir eine Chance." Noch haben er und sein Team zweieinhalb Wochen Zeit.

Doch ab Freitag, 17. Juli (Spiel wurde vorverlegt), zählt es: Beim Saisonauftakt gegen den FC Memmingen.
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