Vom Schießen in der Brauerei-Gaststätte zum eigenen Schützenhaus

März 1890 wurden die Jordanschützen aus der Taufe gehoben. In der Gaststätte der gleichnamigen Brauerei begann ihre Vereinsgeschichte. 14 Männer waren es gewesen, die sich zusammentaten und die Zimmerstutzengesellschaft Amberg gründeten, wie sie damals hieß.

"Durch Fleiß und unermüdlichen Einsatz der Mitglieder wurde rasch eine Schießhalle auf dem Gelände der Jordan-Brauerei errichtet", heißt es stolz in der Chronik, "dank der großzügigen Unterstützung seitens der Herbergsmutter, Frau Jordan, die nicht nur den Platz stellte, sondern sich auch an den Kosten beteiligte, konnte innerhalb von zwei Monaten der erste Schießstand errichtet werden." Zur Einweihung am 18. Mai 1890 ging das erste Vortelschießen mit 22 Teilnehmern über die Bühne. Und schon im ersten Jahr freute sich die neue Gesellschaft über regen Zulauf, zählte am Ende immerhin 54 Mitglieder.

1895 jedoch kehrten die Jordanschützen ihrem anderweitig benötigten Keller den Rücken, zogen vorübergehend in den Paradiesgarten, wo ein neuer Schießplatz entstand und per Mietvertrag längerfristig genutzt werden konnte. Erst 1906 führte der Weg zurück zum Jordanberg, weil am alten Standort eine neue Schießanlage errichtet werden konnte. Den Ersten Weltkrieg überdauerte sie unbeschadet. Ebenso wie der Sportbetrieb, der erst 1942 eingestellt wurde, dann aber bis 1950 ruhte.

Mitte Oktober 1951 wurde schließlich das Vereinsleben wiederaufgenommen. "Die Mitgliederzahl stieg enorm an, so dass der Neubau eines eigenen Schützenheims erforderlich wurde", meldet die Chronik, die die Fertigstellung auf Juli 1953 datiert. Dieses Haus und eine 1999 angebaute geschlossene Schießhalle mit zehn Ständen halten die Jordanschützen bis heute in Ehren, natürlich nicht, ohne so manche Reparatur und Instandhaltung daran gemacht zu haben. Außerdem realisierten sie 2006 den langersehnten Bau einer neuen Toilettenanlage.

Dankbar ist die Gesellschaft nach Auskunft ihres Vorsitzenden aber auch dafür, dass sie ihr Grundstück seit jeher kostenlos nutzen darf. Selbst die Erben des einstigen Brauerei-Standorts verlangten keine Miete, was dem Verein sehr zugutekomme. Nicht zuletzt deshalb ist er laut Schmidt schuldenfrei. (ath)
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.