Von Mutbürgern und leisen Tönen: Organisatorin Michaela Peter überrascht von Resonanz

Sie hatte gehofft, dass viele Menschen kommen würden. Dass es schließlich so viele waren, darüber war sie dann doch überrascht. "Das hat mich ganz arg gefreut." Michaela Peter vom Kunstkombinat, die als Privatperson die Demo am Montagabend für ein buntes, tolerantes und vielfältiges Amberg samt Marsch durch die Altstadt zum Multifunktionsplatz organisiert hat, zeigte sich am Tag danach absolut zufrieden. "Ich habe ganz viel positives Feedback bekommen", freute sich gestern die Künstlerin.

Jetzt hofft sie, dass das eine oder andere angestoßen wird. Im künstlerischen Bereich könnte sie sich eine Fortsetzung vorstellen, zum Beispiel eine "künstlerische Crossover-Geschichte", eine Überschneidung mit dem arabischen Kulturkreis, "der ja eine ganz andere Bildsprache hat".

Eines ihrer Anliegen war auch, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen. "Von meinen Ordnern habe ich die Rückmeldung bekommen, dass durchaus ein Austausch da war." Sehr erleichtert ist sie, dass es zu keinen Zwischenfällen gekommen ist. "Mir war vorher nicht bewusst, was alles an Verantwortung dran hängt."

Gekauft hatte sie im Vorfeld 400 Luftballons, die alle weggingen. "Dazu hatten wir noch 50 Sterne aus dem Luftmuseum", sagt sie und rechnet aus, dass somit 450 Ballons in den Abendhimmel geschickt wurden. Ihrer Aufforderung, kleine, leise Musikinstrumente wie Schellen, Triangeln und Glöckchen mitzubringen, waren einige Bürger nachgekommen. "Das war wie eine Art Klangteppich, der sich vom Marktplatz bis zum Multifunktionsplatz ausgebreitet hat", schwärmte Peter.

Und was sie noch ganz schön fand: Ein Vertreter der türkisch-muslimischen Gemeinde kam extra zwei Mal auf sie zu, um sich bei ihr zu bedanken. Als Michaela Peter am Dienstagmorgen nochmals zum Rathaus kam, entdeckte sie ein übriggebliebenes Schild: "Mutbürger statt Wutbürger", war darauf zu lesen. "Das hat mir gut gefallen." (san)
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