Von Razzia war keine Rede

Sie führen den derzeit größten Sportverein in Amberg: TV-Vorsitzender Thomas Bärthlein und sein Stellvertreter Wolfgang Wrosch. Bild: gf

Der Wirbel um die Ermittlungen im Umfeld des FC waren kein Thema: Bei der Hauptversammlung des Muttervereins TV Amberg machte Vorsitzender Thomas Bärthlein nur eine Andeutung.

Die angestrebte Fusion des TV mit der Siemens-Sportgemeinschaft (SGS) war das Hauptthema bei der Zusammenkunft. Kein Wort darüber, dass wenige Stunden vor Beginn der Versammlung der Zoll den FC Amberg ins Visier genommen hatte. TV-Vorsitzender Thomas Bärthlein deutete nur an, dass der FC eventuell in eine eigenständige GmbH ausgegliedert werden könnte, um im Falle eines Aufstiegs finanzielle Risiken des TV-Hauptvereins zu minimieren.

Nichts überstürzen

Seit Juli vergangen Jahres führen der TV 1861 Amberg und die SGS intensive Gespräche über eine Fusion. Der SGS-Vorsitzende Paul Frank erklärte, der demografische Wandel bereite Sportvereinen immer größere Probleme. Spielgemeinschaften, wie sie im Fußball oder Handball schon üblich seien, könnten auch nur eine Übergangslösung sein. Der weitere Trend zur Fitness und zum Gesundheitssport führe dazu, dass kommerzielle Studios großen Zulauf verzeichneten, aber den Sportvereinen die Mitglieder im Alter zwischen 30 und 50 Jahren ausgehen. Die Zahl der Übungsleiter gehe zurück, dagegen stiegen bürokratische Anforderungen an die Vereine. Was der SGS größte Probleme bereite, seien die Eigentumsverhältnisse bei Sportheim und Sportstätten. Die Liegenschaften seien Eigentum der Siemens AG und dazu käme noch, dass die Anzahl an Siemens-Mitarbeitern bei der SGS immer mehr schrumpfe. Thomas Bärthlein warnte davor, die Verschmelzung beider Vereine zu überstürzen, Die Verantwortlichen müssten sich Zeit nehmen und sollten eventuell - in Absprache mit der Stadt - einen Sportpark in die Gesamtplanung mit einbeziehen. Alle in diesem Bereich ansässigen Vereine sollten bei einer großen Konferenz ihre Vorstellungen äußern können. Übereinstimmend betonten Paul Frank und Thomas Bärthlein, dass beide Vorstände und die Abteilungen konstruktiv zusammenarbeiten und dass bis Jahresende ein gemeinsamer Sportverein geschafft werden könne. Über den Mitgliedsbeitrag und den neuen Namen gebe es noch Klärungsbedarf. Paul Frank kann sich auch vorstellen, dass bei einem Sportpark, in dem alle Sportvereine eingebunden sind, die Stadt eher bereit sei, sich finanziell zu engagieren.

1350 Mitglieder

Der TV ist mit rund 1350 Mitgliedern der größte Amberger Sportverein. Dass der TC Rot-Weiß ohne Vorstand dastehe, bereite ihm Sorgen, sagte Bärthlein. "Aber dieses Problem könnte sich bei Fusion mit der SGS lösen lassen." Den Posten des TV-Schatzmeisters übernahm Stefan Gehringer, ein Steuerberater. Für das Amt des 2. Vorsitzenden stellte sich Wolfgang Wrosch zur Verfügung. Die Mitgliederversammlung bestätigte die Personalia.

Dringend benötige der TV jüngere Mitglieder, betonte Thomas Bärthlein. Sie sollen eingearbeitet werden und in einigen Jahren Verantwortung in den Abteilungen übernehmen. Kurz wurde auch eine Beitragserhöhung beim TV angesprochen. Fünf Euro im Monat seien nicht mehr zeitgemäß, lautete der Tenor. Die Anhebung des Beitrags soll aber moderat ausfallen. Vorerst bleibt jedoch alles beim Alten.
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