Vor Feuer bewahrt

Durch die weltweit berühmte hebräische Druckerei genoss nach Aussage von Dieter Dörner die Sulzbacher jüdische Gemeinde im 18. Jahrhundert ein hohes Ansehen. Um 1800 hatte sie mit etwa 70 Familien und etwa 350 Personen ihren höchsten Stand. Doch mit der Gleichstellung der Juden mit den Nichtjuden im 19. Jahrhundert habe die Abwanderung in die Städte begonnen.

Der Niedergang der Sulzbacher Gemeinde zog die Gründung der jüdischen Gemeinde in Amberg nach sich. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts war laut Dörner die Sulzbacher Gemeinde nicht mehr lebensfähig.

Die Minjan, die zehn zur Abhaltung eines Gottesdienstes erforderlichen erwachsenen Männer, kamen nicht mehr zusammen. 1934 wurde in den Räumen der einst schönsten bayerischen Synagoge das Heimatmuseum eingerichtet, berichtet Dörner. Die Torarolle erhielt, zusammen mit einigen Ritualgegenständen, die Amberger Gemeinde. "Wie durch ein Wunder wurde die Torarolle zweimal vor ihrer Vernichtung gerettet", erzählt Dörner. Das erste Mal beim großen Sulzbacher Stadtbrand von 1822. Der verstorbene Judaist Dr. Andreas Angerstorfer habe in "Eisenerz und Morgenglanz" geschrieben, dass sechs Toraollen gerettet und elf vom Feuer vernichtet wurden. "Welche Gemeinde konnte sich noch derer 17 Torarollen rühmen?", hebt Dörner die Bedeutung der Sulzbacher hervor.
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