Vorbild in Sachen Internet

Um das Jubiläum vorzubereiten, waren BLLV-Bezirksvorsitzende Ursula Schroll und ihr Stellvertreter Albert Schindlbeck (rechts), der zugleich Kreisvorsitzender ist, zu Oberbürgermeister Michael Cerny ins Rathaus gekommen. Bei diesem Treffen wurde auch über die digitale Ausstattung der Schulen gesprochen. Bild: hfz

Die Schulen in Amberg sollen vormachen, wie es geht. Oberbürgermeister Michael Cerny will die Klassenzimmer für die Digitalisierung rüsten und damit ein Signal an andere Kommunen senden.

"Unser Ziel muss es sein, in absehbarer Zeit eine Mindestausstattung für jedes Klassenzimmer zu gewährleisten. Ein Beamer, eine Dokumentenkamera und ein leistungsfähiger Internetanschluss gehören in jedes Klassenzimmer, angefangen von der Grundschule bis hin zum Gymnasium", erklärte Cerny bei einem Treffen mit der Bezirksspitze des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV) im Rathaus.

Im Zuge des Breitbandausbaus müssten auch die Schulen angebunden werden. "In dieser Richtung wollen wir Vorbildfunktion für andere Kommunen übernehmen", erklärte der Oberbürgermeister. Die Strukturveränderungen in der Schullandschaft sowie das Schulangebot in Amberg waren weitere Themen bei dem Gespräch mit der BLLV-Bezirksvorsitzenden Ursula Schroll und ihrem Stellvertreter, dem BLLV-Kreisvorsitzenden Albert Schindlbeck.

Wie Schindlbeck dem Oberbürgermeister berichtete, treten von den insgesamt sieben Amberger Grundschulen rund 63 Prozent der Schüler an ein Gymnasium oder eine Realschule über. Damit stimme die Situation in der Stadt nahezu mit der Gesamtentwicklung in der Oberpfalz überein. Hier liege die Übertrittsquote derzeit bei 65 Prozent. Das Mittelschul-Angebot in Amberg sei breitgefächert, die gesamte Palette von der Praxisklasse bis zum M-Zug werde im Schulverbund abgedeckt.

Nicht abqualifizieren

Besonders die gebundene Ganztagsschule stand im Fokus der Betrachtungen. Schroll lobte deren ausgezeichnetes pädagogisches Konzept und warnte eindringlich davor, die Ganztagsklassen als Einrichtungen für Schüler mit Förderbedarf abzuqualifizieren. "Neben der fächerspezifischen Ausbildung wird dort vor allen Dingen soziale Kompetenz gefördert, und davon können alle profitieren", betonte die BLLV-Vorsitzende. Ihrer Ansicht nach wäre es daher auch durchaus sinnvoll, mehr Schulen in komplette Ganztagsschulen umzuwandeln. In der Stadt verfügen bis dato die Dreifaltigkeitsschule, die Luitpoldschule und neu zum laufenden Schuljahr auch die Willmannschule über ein solches Ganztagsangebot.

Als weitere Herausforderungen an die Grund-, Haupt- und Mittelschulen wurden die Inklusion und das angesichts einer immer größer werdenden Zahl an Asylbewerbern zunehmend wichtige Thema Integration besprochen.Fehlende Sprachkenntnisse könnten in Amberg durch eine vorübergehende Beschulung in einer der beiden Übergangsklassen ausgeglichen werden. Sie sind im Grundschulbereich in der Barbara- und im Mittelschulbereich in der Luitpoldschule eingerichtet. Diese Klassen würden von den ausländischen Schülern jedoch nur so lange besucht, bis sie sich in der Sprache und Kultur einigermaßen zurechtgefunden haben, berichtete Cerny. Ziel müsse immer der schnellstmögliche Besuch einer Regelschule sein.
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