Vorlesetag räumt mit Intoleranz auf
"Nennt mich nicht Ismael"

Mit Plakaten brachten die Realschüler beim Vorlesetag ihre Einstellung gegen Intoleranz zum Ausdruck. Die Veranstaltung führte dazu, dass sich alle Gedanken über das Thema machten. Bild: hfz

Ob andere Hautfarbe, Behinderung oder fremdes Land. Der Vorlesetag in der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule räumte mit Intoleranz auf.

"Deine Pizza kommt aus Italien", "Dein Döner ist türkisch", "Euer Urlaubsziel ist Griechenland", "Die Zahlen sind arabisch" stand auf den Plakaten, mit denen beim Vorlesetag Annabell, Isabel, Florent, Aylin, Stella und Tobias aus der Klasse 9 f der Franz-Xaver-von Schönwerth-Realschule in das Klassenzimmer der 6 e kamen. Hier wurden sie freudig begrüßt und damit war schon ihre erste Aufregung weg.

Alle in einer Klasse

Anschließend stellten sie sich vor und betonten, dass ihre Eltern aus Albanien, Algerien, dem Libanon, Nigeria, der Türkei und Deutschland kommen. So viele verschiedene Nationen in einer Klasse. Ob das gut geht? Jetzt waren die Sechstklässler gespannt, welche Bücher die Großen mitgebracht haben. Bevor die Gäste mit dem Vorlesen des von ihnen ausgesuchten Textauszuges anfingen, fassten sie kurz den Inhalt ihres Buches zusammen.

Begonnen wurde mit "Rico, Oskar und der Diebstahlstein" von Andreas Steinhöfel. Ein Buch, in dem es darum geht, dass ein hochbegabter Jugendlicher einen Buben, der geistig behindert ist, braucht, um in seiner Welt besser zurechtzukommen.

Als Nächstes folgte "Nennt mich nicht Ismael!" von Michael Gerard Bauer. Ismael wird wegen seines Namens verspottet, was ihn sehr belastet. Endlich kommt ein neuer Mitschüler, der keine Angst vor den Klassenrowdys hat.

Gut zugehört

Zum Schluss kam "Milchkaffee und Streuselkuchen" von Carolin Philipps dran. Bereits am ersten Tag nennt Boris den Neuen, dessen Eltern aus Eritrea stammen, "Milchkaffee". Nach einigen Höhen und Tiefen endet das Buch damit, dass sie zusammen Klavier spielen.

Die Kinder waren die ganze Zeit mucksmäuschenstill und konzentrierten sich nur auf die Vorleser. Dass sie gut zugehört hatten, bewiesen sie, indem sie von jeder Vorleseeinheit den Inhalt genau wiedergeben konnten.

Am Ende der Stunde blieb noch etwas Zeit für ein Resümee. Hier äußerten die Schüler ihre Gedanken und Einstellung. "Es ist nicht wichtig, welche Hautfarbe man hat." "Es ist egal, aus welchem Land die Kinder oder deren Eltern sind." "Es ist kein Problem, jemanden als Freund zu haben, der eine Behinderung hat", meinten sie. Die Sechs aus der 9 f waren gute Botschafter der Schule ohne Rassismus.
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