Vorsicht ist besser als Nachsicht: Bus informiert Leute
Herzenssache Schlaganfall

Der rote Doppeldecker tourt mit der Aktion "Herzenssache Schlaganfall" durch ganz Deutschland und machte gestern einen Halt am Marktplatz in Amberg. Bild: Steinbacher
Der rote Doppeldeckerbus am Marktplatz mit seinen Ständen und technischen Geräten zog am Mittwoch viele Interessierte an. Mit Flyern, Plakaten und einem Infofilm klärte das medizinische Team alle Neugierigen rund um das Thema Schlaganfall auf. Was ist Flimmern? Führt das zu einem Schlaganfall? Wie kann ich das Risiko senken, einen zu bekommen? Diese Fragen schwirrten einigen Leuten durch den Kopf - das medizinische Team klärte auf.

"Das Schlaganfallrisiko nimmt auch bei Jüngeren zu, heutzutage sind es nicht mehr nur die 70- und 80-Jährigen, sondern auch die 40- und 50-Jährigen", erklärte Frank Huber, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum St. Marien Amberg. Gründe dafür seien Rauchen und zunehmender Bewegungsmangel in der jüngeren Altersgruppe. Männer seien häufiger von einem Schlaganfall betroffen als Frauen - jedenfalls bis zur Menopause. "Danach werden sie nicht mehr vom Östrogen geschützt", weshalb das Risiko bei Frauen ab den Wechseljahren steige, sagte Huber. Ein Ultraschallgerät ist mit im Bus dabei. Damit kann die Oberärztin der Neurologischen Klinik am Klinikum St. Marien, Michaela Nagel, gleich vor Ort feststellen, ob Verkalkungen oder sogar Verengungen in den Halsschlagadern vorliegen. "Im Einzelfall können die Gefäße dann vorbeugend operativ erweitert werden, um das Risiko für einen Schlaganfall deutlich zu senken", informierte Nagel.

Die Stroke-Unit sei eine Schlaganfall-Spezialstation, bei der ein medizinisches Team schnell eine Behandlung einleite, erklärte UGOM-Geschäftsführer Henryk Steinbach. Das Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte (UGOM) engagiert sich mit dem Infobus zu der Aktion "Herzenssache Schlaganfall". "Die Stroke-Unit am Klinikum besteht aus einem Team aus Sprachtherapeuten, Neurologen und weiteren Spezialisten", fügte Huber hinzu. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute - je weniger Zeit bis zur Behandlung vergeht, desto größer ist die Chance auf Therapieerfolg - und desto weniger wird das Gehirn geschädigt.

Und nach dem Schlaganfall, dem Notarzt, der Stroke-Unit und der Reha? Die Aphasie-Selbsthilfegruppe vom Klinikum bietet Hilfe und Ratschläge für Betroffene an. Aphasie bedeutet "Verlust der Sprache" und ist eine Sprachstörung, die nach dem Schlaganfall auftreten könne, informierte Gruppenleiter Manfred Belusa. Er fügte hinzu: "Wichtig ist dabei der Austausch mit Leuten, die dasselbe erlebt haben."
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