Vortrag beleuchtet Schicksale von Amberger Juden
"Nichts als Deutscher"

Obwohl viele von ihnen stolz darauf waren, Deutsche zu sein und treu in zwei Kriegen ihren Kriegsdienst versehen hatten, mussten sie oft schlimme Schicksale ertragen: Amberger Juden. Am Jahrestag der Pogromnacht, am Sonntag, 9. November, um 11 Uhr referiert der Leiter der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins, Dieter Dörner, über den Werdegang einiger von ihnen während nationalsozialistischer Herrschaft.

"Ich war nichts als Deutscher, und ich dankte meinem Schöpfer, Deutscher zu sein." Worte des konvertierten Juden Dr. Victor Klemperer, der durch eigentlich tragische Fügung das Dritte Reich überlebt und seine Erlebnisse in Tagebüchern aufgezeichnet hat.

Sein Ausspruch gilt auch für die Mehrzahl der Amberger Juden: Sie engagierten sich für ihr Vaterland, kämpften im 1870/71er und im Ersten Weltkrieg in der Armee. Wie es ihnen das Vaterland dankte, spiegelt sich in Millionen Schicksalen wider.

Am Beispiel jüdischer Familien wie der des Religionslehrers Leopold Godlewsky, des Inhabers des Textilhauses Leonhard Tietz, David Ascher, des einstigen Vorsitzenden des 1. FC Amberg, Ernst Bloch oder der Familie Weinschenk soll das Erlebte vorgetragen werden. Auch weniger bekannte Schicksale wie das des als einzigen noch lebenden "Amberger" Juden, Arthur Rath, das des Warenhauses Erwege oder das des wegen "Rassenschande" im Zuchthaus einsitzenden Dr. Rudolf Kaufmann sollen zur Sprache kommen.

In Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde und der Volkshochschule ist die Veranstaltung in der Synagoge an der Salzgasse. Herren sollen mit Kopfbedeckung kommen.
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