Vortrag von Elie Levy über die Geheimnisse der Körpersprache
Der Körper spricht Bände

Elie Levy ist Meister der nonverbalen Kommunikation. Im ACC verriet er ein paar Tricks für eine bessere Körpersprache. Bild: Steinbacher
Alles klar, der Mensch spricht nicht nur mit dem Mund, er redet auch mit dem Körper, und das mehr oder weniger deutlich. Ob traurig, arrogant oder hochnäsig, die Bewegungen, die Haltung, der Gang, alles verrät Geheimnisse, die man eigentlich nicht ausplaudern möchte. Wie man sich die Körpersprache nutzbar machen kann, wie man Signale erkennt oder wie man sein Gegenüber für sich einnimmt, das verriet Elie Levy in seinem Vortrag am Freitagabend im Kongresszentrum.

Wie der Mensch steht oder geht, wie er die Schultern strafft oder den Bauch vorreckt, wie er Hände schüttelt oder auf dem Stuhl sitzt, welche Kleidung oder welche Frisur er trägt - alles verrät ihn. "Die Körpersprache ist abhängig von tausend Elementen!", doziert Levi. Dabei wandert er unermüdlich über die Bühne, wechselt vom Tisch zum Rednerpult, schlüpft in die Rolle von Politikern und Kriminellen, stellt Verhörmethoden zur Diskussion und gibt Tipps für romantische Stunden zu zweit.

Schon alleine die Haltung des Kopfes hat viele Bedeutungen. Auf grün steht die Ampel, wenn der Kopf zur Seite geneigt ist. Das heißt ich bin offen, lieb und nett. Ist der Kopf nach hinten gebeugt, dann bedeutet das Rot - Alarm! Ich habe Angst. Spaziert ein Mensch dagegen "mit hoch erhobenem Haupt" durch die Welt, ist er eventuell stolz. Vielleicht sogar überheblich. Doch die Nuancen sind entscheidend: Ein erhobener Kopf kann sowohl Arroganz als auch Aufmerksamkeit zum Ausdruck bringen.

Elie Levy, geboren in Israel, kennt die Geheimnisse der nonverbalen Kommunikation. Eigentlich ist er Pantomime. Einen Teil seiner Schauspielausbildung absolvierte er in Paris. Seit 1981 lebt er in Hamburg. Mit charmantem Akzent redet er auf der Bühne wie ein Wasserfall. Wie unterschiedlich die Deutungen der Körpersprache in verschiedenen Kulturen sein können, erläutert er am folgendem Beispiel: Wenn ein türkisches Mädchen die Augen senkt, wenn ein Schulleiter eine Frage stellt, dann ist das nicht unaufrichtig, sondern wohlerzogen. Hierzulande würde dies eher Schuldbewusstsein signalisieren. "Körpersprache ist Psychologie und der eine beherrscht eine deutlichere Ausdrucksweise und der andere nicht", sagt Levy. Schon ein Händedruck oder Handschüttler ist unterschiedlich ausgeprägt, was der Experte mit drei Assistenten aus dem Publikum gleich veranschaulicht.

Übungen können helfen

Im zweiten Teil ist Levi oft auf einen Spickzettel angewiesen, der Vortrag ist nicht mehr so flüssig und auch die Beispiele wiederholen sich. Aber am Ende des Abends, der von der Volkshochschule Amberg, dem Katholischen und Evangelischen Bildungswerk, den Wirtschaftsjunioren und der Industrie- und Handelskammer veranstaltet wurde, weiß jeder im Publikum: Der Körper spricht Bände und seine Sprache verrät ziemlich viel. Das kann ein Vor- oder Nachteil sein, je nachdem, wie die Signale gedeutet werden und wie man sich mittels Koordinationsübungen, Schauspieltalent und Selbstinszenierung Vorteile verschafft.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.