Vorurteile abgebaut

Der Frauentanz - eine gute Möglichkeit, sich in ungezwungener Atmosphäre zu begegnen und kennenzulernen. Bild: waj

Mancher Spaziergänger mag sich gewundert haben, als er an diesem Abend am Caritas-Heim vorbeiflanierte: Orientalische Klänge kamen aus dem Haus, vermischt mit Gelächter und anfeuernden Stimmen.

Drinnen herrschte beste Stimmung beim Frauentanz als Angebot der "Interkulturellen Woche". Bereits seit 2003 veranstaltet Anne Kuchler von der Caritas diese Tanzabende in losen Abständen, die als kleiner Brückenschlag zwischen den Nationen gedacht sind und unterschiedliche Kulturen einander näherbringen sollen.

Diesmal hatte sie sich Sevgi Acar von der türkischen Gemeinde in Amberg mit ins Boot geholt oder wohl eher mit in den Tanzsaal - und diese wiederum brachte viele ihrer weiblichen Gemeindemitglieder mit. Also platzte der Raum im Caritas-Gebäude bald nahezu aus den Nähten von tanzbegeisterten Frauen deutscher, arabischer, kurdischer und türkischer Herkunft, die miteinander bei Tee und kleinen Häppchen verschiedene Schrittfolgen übten.

Auf dem Programm standen dabei, wie Sevgi Acar erklärte, arabisch-kurdische Folklore ebenso wie türkische Volkstänze, die in ihrem Herkunftsland primär an Hochzeiten oder am sogenannten Henna-Abend - einer Feier ähnlich dem deutschen Polterabend - aufgeführt würden.

Mittendrin auch Bürgermeisterin Brigitte Netta. "Ich bin das erste Mal dabei", erzählte sie und sagte: "Das ist doch die beste Möglichkeit, Vorurteile abzubauen, wenn man, sich - wie hier - in so ungezwungener Atmosphäre begegnen und kennenlernen kann." Wenn man in die strahlende Gesichter blickte und sah, wie junge Mädchen eifrig den Damen neben ihnen Schrittfolgen zeigten und Türkinnen lachend mit deutschen Frauen im Kreis marschierten - dann schien dieses Konzept voll aufzugehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.