Wärmender Mantel der Hilfe

Die Malteser wollen Kranke und Angehörige unterstützen. Betroffene bräuchten verstärkt Aufmerksamkeit und Fürsorge. Die Krankheit wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen: Prognosen zufolge wird es im Jahr 2030 etwa 2,5 Millionen Demenzkranke geben - und damit mehr als doppelt so viele wie heute. Bild: hfz

Moderne Medizin und gute Lebensumstände lassen Menschen älter werden. Doch vielfach benötigen sie Hilfe. Demenzkranken und deren Angehörige bietet der Malteser-Hilfsdienst Unterstützung an.

1,2 Millionen Menschen in Deutschland leiden derzeit an demenziellen Veränderungen. Mit steigender Tendenz: 2030 wird bereits mit 2,5 Millionen Betroffenen gerechnet, also mit mehr als doppelt so vielen Erkrankten wie heute. "Diese Zahlen zeigen uns, welch große gesellschaftliche Aufgabe künftig auf uns zukommen wird", so Carsten-Armin Jakimowicz, Stadt- und Kreisbeauftragte der Amberger Malteser.

Würdevoll begleiten

Handlungsbedarf bestehe aber jetzt schon. Menschen mit Demenz und deren Angehörige bräuchten verstärkt mitmenschliche Aufmerksamkeit und Fürsorge. Der Malteser-Hilfsdienst hat laut Jakimowicz verschiedene Angebote nun auch am Amberger Standort aufgebaut. Demenzdienst-Leiterin Anke Bösl erläutert, dass jeder Mensch einzigartig sei, auch wenn er von Demenz betroffen ist. "Er möchte am Leben teilhaben und sich einbringen, geachtet und respektiert werden, würdevoll begleitet werden, Trost und Zuspruch erfahren, sein Leben gestalten." Daher richten die Malteser ihre Demenzarbeit personenzentriert, palliativ und kommunikativ aus. Jakimowicz fügt hinzu, dass unter der Palliativversorgung oft nur eine umfassende Schmerzbehandlung verstanden werde. "Doch Palliativ bedeutet für uns viel mehr: Wir sind für die Menschen da - heilbringend, lindernd, begleitend." In der Antike sei mit dem Wort Pallium ursprünglich eine Art Mantel bezeichnet worden. Jakimowicz findet, dies sei ein schönes Bild: "Unsere Hilfe soll wie ein lindernder, wärmender Mantel sein." Mit dem "Begleitungsdienst für Menschen mit Demenz - Entlastungsdienst für ihre Angehörigen" (BED) böten die Malteser eine stundenweise Begleitung dementiell veränderter Menschen zu Hause an. So könne man den Angehörigen Pausen verschaffen, um durchzuatmen und Kraft zu tanken.

Vertrautes Umfeld wichtig

"Menschen mit Demenz benötigen viel Zuwendung und ein vertrautes Umfeld", so Anke Bösl. Die meisten Betroffenen würden zuhause von ihren Angehörigen betreut. Die freiwilligen Malteser-Mitarbeiter im Begleitungs- und Entlastungsdienst seien für die Hilfe in dieser Situation geschult. "Sie verstehen die Welt der demenziell veränderten Menschen und können mit ihnen kommunizieren." Der Einsatz dieses Dienstes könne mit Geld, das die Pflegekassen für zusätzliche Betreuungsleistungen oder für die Verhinderungspflege bereitstellen, verrechnet werden.
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