Wanderausstellung erinnert an Zweites Vatikanisches Konzil
Früchte des Konzils benannt

Bis 4. November ist eine Wanderausstellung zum Zweiten Vatikanischen Konzil in Ammersricht zu sehen. Beate Eichinger (rechts), die am Sonntag den Einführungsvortrag hielt, war eine der Mitwirkenden bei der Gestaltung der Schautafeln. Pfarrer Michael Jakob (Mitte) kündigte an, dass die Stellwände zunächst im Pfarrsaal, danach in der Kirche St. Konrad zu sehen sind. Bild: Uschald

Das 50 Jahre zurückliegende Zweite Vatikanische Konzil gilt als das größte katholische Kirchenereignis des 20. Jahrhunderts. Eine Wanderausstellung im Ammersrichter Pfarrheim erinnert daran.

(usc) 15 Tafeln vermitteln dessen theologischen Errungenschaften auf der Basis des erneuerten, vertieften Selbstverständnisses von Kirche: ökumenische Öffnung, Stärkung der Laien, Anerkennung der Religionsfreiheit, Wertschätzung anderer Religionen sowie liturgische Erneuerung.

Über 2500 Bischöfe aus aller Welt und viele weitere Beteiligte kamen in den 1960er Jahren mehrmals in Rom zusammen und diskutierten leidenschaftlich über die Zukunft der Kirche. Über neu geschaffene Beteiligungsstrukturen brachten die Bischöfe die Erfahrungen aus ihren Ortskirchen ein und pochten auf die Dringlichkeit von Themen wie Gewissens- und Religionsfreiheit, die Aufgabe der Gläubigen in der Welt, den Traum von Kirche als Gemeinschaft, Ökumene, das Verhältnis zu anderen Religionen und vieles mehr.

Viermal im Herbst

In den vier Konzilsherbsten von 1962 bis 1965 beschäftigten sich die Bischöfe und Theologen in Offenheit mit den verschiedenen Bereichen kirchlichen Lebens und stimmten schließlich in 16 Einzeltexten ab über ein zukunftsorientiertes Vorgehen der Kirche zum Beispiel im ökumenischen Dialog, in der wertschätzenden Begegnung mit anderen Religionen, im Selbstverständnis als Kirche im Dienst am Menschen, ganz im biblischen Sinne.

Nicht nur in der gemeinschaftsorientierten Liturgie und Bibellektüre sowie im ökumenisch geweiteten Kirchenbild setzt sich seither das neue Verständnis von der "Kirche in der Welt" um. Gerade auch die Anerkennung von "Wahrem" und "Heiligem" in anderen Religionen und die Offenheit für die Begegnung mit ihnen bilden Meilensteine der katholischen Theologie. Die soziale Verantwortung der Kirche für die Armen und Benachteiligten in aller Welt wurde neu buchstabiert.

Auf 15 Schautafeln bietet die Wanderausstellung einen Überblick über die theologischen Errungenschaften des Konzils, zeigt Früchte und Umsetzungen seither auf und benennt Herausforderungen für heute.

Einsatz für Frieden

Die ersten beiden zeichnen die organisatorischen Eckdaten dieses größten Kirchenereignisses der modernen Zeit nach. Die Wände drei bis zwölf sind dann einzelnen theologischen Themenfeldern gewidmet.

Die drei letzten Tafeln würdigen wichtige Bewegungen und Meilensteine wie die Selbstverpflichtungen aus dem Katakombenpakt und die damit verbundene Option für die Armen. Nach dem Beispiel Jesu müsse sich die Kirche als eine "Kirche der Armen" verstehen - eine Herausforderung. Der Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung in ökumenischer Zusammenarbeit sei als Fortschreiben des konziliaren Prozesses zu verstehen.
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